Bereits Mitte April wurde ein im Hamburger Hafen gelöschter Seecontainer vom Zoll kontrolliert. Hinter einer Tarnladung von ’No-Name‘-Schuhen entdeckten die Zöllner Nike-Sportschuhe, die sie für Fälschungen hielten. Eine wenige Tage später durchgeführte Röntgenkontrolle in der Containerprüfanlage des Zolls zeigte aber nur noch die Schuhe, die zunächst nur Tarnladung waren. Die Nike-Schuhe fehlten. Die Beamten gingen nun von einem Austausch der Schuhe im Zwischenlager einer bereits einschlägig bekannten Firma aus. Bei der Überprüfung der Firma im Hamburger Hafen entdeckten die Ermittler in der Lagerhalle die gesuchten Schuhe. Die Menge der vorgefundenen Sportschuhe überstieg klar das Fassungsvermögen eines einzelnen Containers.
Eine Zählung ergab dann die Menge von mehr als 46.000 Paar offensichtlich gefälschter Nike-Sportschuhe. Sie wurden vor Ort sichergestellt und noch am gleichen Abend mit Unterstützung des Hauptzollamts Hamburg-Hafen in sieben Container verladen und abtransportiert. Die Firma erwartet nun ein Strafverfahren wegen Steuerhinterziehung und Verstoßes gegen das Markenrecht. Erste Ermittlungen zeigen, dass die Schuhe für den europäischen Markt bestimmt waren.
Generalzolldirektor Uwe Schröder zeigte sich mit dem Ergebnis sehr zufrieden: "Dem Zoll ist mit dieser Sicherstellung erneut ein großer Schlag gegen die internationale Produktpiraterie gelungen. Wir haben damit wieder einmal zum Schutz von Verbrauchern, Wirtschaft und Arbeitnehmern beigetragen. Das ist Teil unseres Auftrags."Produktfälschungen seien zu einem ernsten weltweiten Problem geworden. „Deshalb ist die risikoorientierte Kontrolle von Containern in deutschen Häfen ein unbedingtes Muss, um sich Herstellern und Händlern dieser, zum Teil gesundheitsgefährdenden Produkte entgegenzustellen", so Schröder.