Beim Zollamt Deißlingen gehen Postsendungen aus Nicht-EU-Ländern ein und werden dort per Röntgenanlage kontrolliert. Hierbei soll festgestellt werden, ob der Inhalt der Pakete im Rahmen des Versands korrekt angegeben worden ist – oder wie in den vorliegenden Fällen eben nicht. Denn die in den meisten Fällen chinesischen Versender gaben vorsichtshalber erst gar nichts über den Inhalt ihrer Lieferungen an. Insbesondere die Modelle Nike Air Max und Nike Free sind nach Angaben des Zolls sehr beliebt, deshalb ist auch die Zahl der immer wieder entdeckten Plagiate entsprechend hoch.
Die gefälschten Schuhe wurden durch den Zoll sichergestellt. Der Rechteinhaber – in diesem Fall die Firma Nike – lässt die Plagiate grundsätzlich vernichten. Um den Absatz gefälschter Markenartikel zu forcieren, gehen die Fälscher sehr professionell vor: Die Internetseiten, auf denen die Artikel bestellt werden können, sind einem Nike-Online-Store oftmals täuschend ähnlich nachempfunden. Auch wird den potentiellen Käufern durch die Seitenaufmachung suggeriert, sich auf einer deutschen oder EU-Webseite zu befinden.
Die Zollverwaltung hat im vergangenen Jahr verhindert, dass gefälschte Waren im Wert von 134 Mio. Euro in den Verkehr gebracht werden konnten. Am häufigsten geschmuggelt wurde persönliches Zubehör: Taschen, Sonnenbrillen, Uhren, Schmuck, Schuhe und Bekleidung. Die OECD schätzt den weltweit jährlich durch Plagiate verursachten Schaden auf über 250 Mrd. US-Dollar. Gefälschte Produkte haben inzwischen einen Anteil von fünf bis neun Prozent am Welthandel, was laut OECD einem Handelsvolumen von rund 450 Mrd. Dollar entspricht.