Im vergangenen Jahr erhöhte sich der Wert der beschlagnahmten gefälschten Waren auf fast 200 Mio. Euro. Hier handelt es sich laut dem Zoll um ein wachsendes Phänomen, das durch die Möglichkeiten des Online-Handels verstärkt werde. Fast 70% der Waren stammten aus der Volksrepublik China und Hongkong. Am häufigsten gefälscht wurden auch im vergangenen Jahr Bekleidung, Schuhe und persönliches Zubehör wie Handtaschen, Sonnenbrillen oder Schmuck.
Statement von Olaf Scholz
„Der deutsche Zoll leistet jeden Tag wertvolle Arbeit im Dienste der Allgemeinheit. Er erhebt nicht nur Zölle und Steuern, sondern ist auch erfolgreich im Kampf gegen Schwarzarbeit und organisierte Kriminalität. Die Zollbilanz 2017 zeigt zudem, welche wichtige Rolle der Zoll beim Schutz von Verbraucherinnen und Verbrauchern spielt. So zieht er Waren aus dem Verkehr, die nicht den europäischen Sicherheitsstandards entsprechen und vielleicht sogar gesundheitsgefährdend sind. Zudem geht er gegen Produktpiraterie vor. Dies dient auch den Interessen unserer Wirtschaft“, erklärte Bundesfinanzminister Olaf Scholz, der die Bilanz gemeinsam mit dem Vizepräsidenten der Generalzolldirektion, Hans Josef Haas, vorstellte.
Mit rund 130 Mrd. Euro hat der Zoll über 40% der Steuereinnahmen des Bundes eingenommen. Den größten Anteil an den Einnahmen hatten mit 59,3 Mrd. Euro die Verbrauchsteuern. Ein wachsender Aufgabenbereich betrifft den internationalen Warenverkehr. Bei internationalen Sendungen erhebt der Zoll die Einfuhrabgaben und überwacht gleichermaßen, ob Verbote und Beschränkungen einer Einfuhr entgegenstehen. So fertigte der deutsche Zoll im letzten Jahr mehr als 220 Mio. Sendungen im Warenverkehr mit Nicht-EU-Staaten ab, mit einem Gesamtwert von über 970 Mrd. Euro.