Bereits Ende September hatte der Online-Händler die Prognosen für das Umsatzwachstum im dritten Quartal gesenkt. Ein Blick auf die aktuellen Zahlen bestätigt diese Einschätzung: Das Umsatzwachstum Zalandos lag gemäß offizieller Mitteilung im dritten Quartal bei 11,7%. Dies entspricht einer Umsatzsteigerung auf 1,20 Mio. Euro und einem bereinigten EBIT von -38,9 Mio. Euro (-3,2% Marge).
Die Entwicklung ist laut der Bekanntmachung „hauptsächlich auf den langen und außergewöhnlich heißen Sommer sowie einen verspäteten Start in die H/W-Saison zurückzuführen”. Der Margenrückgang resultiere unter anderem aus dem langsameren Umsatzwachstum und damit fehlenden Ergebnisbeiträgen sowie aus einem Rückgang der Bruttomarge und insgesamt höheren Fulfillmentkosten.
Die Bruttomarge sank nicht nur wegen des späten Starts der H/W-Saison, sondern auch wegen höherer Kosten „aufgrund ineffizienter Aufbereitung retournierter Artikel, die auf operative Fehler zurückzuführen sind“. Letztere seien inzwischen zwar behoben worden, allerdings hätten anhaltende Investitionen in die Logistik-Infrastruktur, eine geringere durchschnittliche Warenkorbgröße sowie erhöhte Transportkosten zugleich zu höheren Kosten geführt.
Rubin Ritter: „Ganz klar nicht zufrieden“
Zalando Co-CEO Rubin Ritter kommentierte die aktuellen Entwicklungen folgendermaßen: „Wir sind mit unserem finanziellen Ergebnis im dritten Quartal ganz klar nicht zufrieden. Das ändert nichts an unserem Ziel, unser Geschäft bis 2020 auf 10 Mrd. Euro Bruttowarenvolumen zu verdoppeln und mit voller Geschwindigkeit das Ökosystem für Mode in Europa aufzubauen. Im vierten Quartal liegt der Fokus des Teams darauf, das Jahr erfolgreich abzuschließen.“
Positiv entwickelt haben sich laut Zalando hingegen die Kundenkennzahlen. So erreichte der Online-Händler im dritten Quartal nach eigenen Angaben mit 25,1 Mio. aktiven Kunden rund 6% der europäischen Bevölkerung. Die Anzahl an Bestellungen sei um 22,8% gestiegen und erzielte demnach mit 27,7 Mio. einen neuen Höchstwert. Auch das Partnerprogramm entwickele sich stark (Wachstum um 60%).
Zalando: Mehr Wachstum um vierten Quartal
Für das vierte Quartal 2018 prognostiziert Zalando eine Steigerung des Umsatzwachstums „rund um das untere Ende von 20-25%“. Das bereinigte EBIT würde demnach zwischen 150-190 Mio. Euro liegen. Das Investitionsvolumen soll zugleich „auf einem erhöhten Niveau bleiben“. Zalando geht in 2018 von Investitionen (Capital Expenditure) in Höhe von ca. 300 Mio. Euro aus, und damit etwas weniger als ursprünglich erwartet (350 Mio. Euro). Grund hierfür seien ein weiter optimiertes Logistiknetzwerk sowie einige Investitionsprojekte, die sich über einen längeren Zeitraum erstrecken sollen.