Wenige Stunden, nachdem Zalando seine Zahlen des ersten Halbjahres 2014 vorgestellt hatte, standen am 28. August die Vorstände David Schneider, Rubin Ritter und Robert Gentz in Berlin der Presse Rede und Antwort – mit einer Ausnahme: Zum Börsengang, der seit Monaten kolportiert wird, wolle man sich nicht äußern. Und dann sprach Vorstand Rubin Ritter doch: „Das ist eine von mehreren Optionen, die wir prüfen. Mehr ist nicht zum Thema zu sagen.”
Ausführlicher ging man dafür auf die Umsatz- und Gewinn-Entwicklung des Unternehmens ein. „Wir sind Meilen entfernt von den Zahlen des Vorjahres”, schilderte Ritter. Man sei in den vergangenen Jahren immer wieder gefragt worden, wie genau das Geschäftsmodell von Zalando funktioniere – „heute sagen wir: Wir haben all dies aufgebaut und klar auf Profitabilität ausgerichtet. Und das war erfolgreich.” Man werde sich im Markt weiter entwickeln. „Wir glauben klar an diese Marktchance”, so Ritter.
Erreicht worden sei die Gewinnzone aufgrund verschiedener Maßnahmen: So seien die Kosten insgesamt gesenkt worden; man habe weiterhin durch automatisierte Logistikprozesse Einsparungen bewirkt. Zudem berge die inzwischen breite Kundenbasis die Möglichkeit, den Marketingaufwand zu reduzieren. Auch im administrativen Bereich sei es gelungen, mehr Effizienz zu erreichen.
Im Hinblick auf die Retourenquote bleibt man vage. Allerdings habe man einen Test durchgeführt, um das Kundenverhalten im Hinblick auf Retouren zu untersuchen. Im Rahmen dieses Tests sei eine Kundengruppe aufgefordert worden, die Retourenscheine selbst auszudrucken. Gewöhnlich liegen die Scheine den Zalando-Kartons bei und müssen nur auf den Retourenkarton aufgeklebt werden. „Was wir festgestellt haben: Führen wir diese Maßnahme ein, dann sinkt die Retourenquote. Aber es sinkt auch die Kaufquote und damit der Profit”, so Rubin Ritter. Daher werde man auch künftig den Kunden die Rücksendung nicht erschweren, sondern den Fokus weiter eindeutig auf die größtmögliche Bequemlichkeit für die Kunden legen. Darüber hinaus sei für Zalando die Retourenquote kein Problem, da sie in den diversen Märkten unterschiedlich ausfalle – Deutschland sei ein negativer ’Ausreißer‘.
Überrascht zeigte sich der Vorstand angesichts der Frage, wie man zu den vor Kurzem veröffentlichten Subventionen stehe. „Wir verstehen nicht, warum dieses Thema jetzt auf die Tagesordnung kommt”, so der Zalando-Vorstand. Wenn man die Investitionen des Unternehmens gegenrechne, werde schnell deutlich, dass die geflossenen Subventionsgelder gut angelegt seien.
Ab September soll nach dem vor Kurzem präsentierten neuen Werbeauftritt („früher laut, heute modisch”) auch die Homepage von Zalando ein neues Erscheinungsbild erhalten. Moderner, zeitgemäßer und angereichert mit personalisierten Fashion-Informationen soll die Website die Kunden in Zukunft durch ihr Angebot navigieren.
Aktuelle Umsatzzahlen von Zalando zum ersten Halbjahr 2014 finden Sie hier.
Einen ausführlichen Bericht lesen Sie in der kommenden Ausgabe von schuhkurier.