Nach vorläufigen Zahlen stieg der Zalando-Umsatz im dritten Quartal um 41 bis 43% auf bis zu 717 Mio. Euro. Allerdings erwartet der Onlinehändler einen Verlust vor Zinsen und Steuern in Höhe von 18 bis 32 Mio. Euro. Nach Angaben von Finanzvorstand Rubin Ritter ist das Minus auf „Investitionen in das Kundenerlebnis“ zurückzuführen. Höhere Fulfillment- und Marketingkosten hätten die Profitabilität belastet. Dazu gehören erhöhte Ausgaben im Logistikbereich sowie für Marketing für App-Downloads. Diese hätten den Umsatz im dritten Quartal deutlich über Erwartungen und zu Lasten der Marge wachsen lassen.
„Unser Ziel ist weiterhin profitables Wachstum – aber wir sind gewillt, kurzfristige Einbußen bei der Profitabilität in Kauf zu nehmen, um Wachstum zu beschleunigen und Marktanteile zu gewinnen“, so Rubin Ritter. Zudem macht Zalando weiter die schlechte Zahlungsmoral der Kunden zu schaffen. So führten Betrugsfälle aus dem ersten Halbjahr 2015 zu weniger Einnahmen aus Inkasso-Forderungen als ursprünglich angenommen, insgesamt in Höhe eines einstelligen Millionenbetrags. In den ersten neun Monaten 2015 erzielte Zalando einen Konzernumsatz in Höhe von 2,084 bis 2,094 Mrd. Euro, was einem Wachstum von rund 35% entspricht.
Auf Basis dieser Entwicklung geht Zalando jetzt davon aus, das ursprünglich für das Geschäftsjahr 2015 erwartete Umsatzwachstum deutlich zu übertreffen. Das Management passt deshalb seine Prognose für das Umsatzwachstum 2015 auf 33 bis 35% an, im Gegenzug wird jedoch die Prognose für die bereinigte EBIT-Marge auf 3 bis 4% gesenkt.
Zalando veröffentlicht die endgültigen Geschäftszahlen für das 3. Quartal 2015 planmäßig am 12. November 2015.