Die Abmahnung geht zurück auf Recherchen von NDR Info und Markt zu den psychologischen Verkaufstricks von Onlineshops und –portalen. Hier gehören Angaben wie ’Nur noch drei Paar verfügbar‘ zum Standard. Der NDR bestellte jedoch bei Zalando in mehreren Fällen mehr Kleidungsstücke, als laut Internetseite verfügbar waren. „Verbraucher bekommen den Eindruck, dass etwas weg sein könnte, wenn sie noch zu lange warten“, erklärt Marketing-Professor Philipp Riehm gegenüber dem Sender. „Diese Verknappungsstrategie bewirkt bei uns einen emotionalen Druck, so dass der Verstand in den Hintergrund geschoben wird.“
Auf Nachfrage des NDR räumte Zalando ein, dass der Warenbestand aus technischen Gründen nicht in Echtzeit abgebildet werde. Es handelte sich lediglich um einen Mindestbestand. Die Wettbewerbszentrale sieht darin eine ’Irreführung der Verbraucher‘. Die Selbstkontrollorganisation der Wirtschaft mahnte Zalando deshalb ab. Die Folge: „Zalando darf nicht mehr mit einem Warenvorrat auf die Seite gehen, der den Tatsachen nicht entspricht“, so Peter Brammen von der Zentrale. Sonst drohen „gerichtliche Maßnahmen“. Gegenüber schuhkurier betonte eine Zalando-Sprecherin, dass es nicht die Absicht des Unternehmens gewesen sein, Kunden unter Druck zu setzen. Dennoch nehme man das Feedback sehr ernst. Daher seien umgehend Änderung im Webshop durchgeführt worden. So heißt es hier statt ’3 Artikel verfügbar‘ ab sofort ’Mehr als 3 Artikel verfügbar‘. Verfügbarkeitsanzeigen seien Teil des Kundenservices.