Mit 5,51% fiel die Preissteigerung bei Schuhen im vergangenen Jahr weniger stark aus als im Jahr davor (+7,21%). Der HDSL-Vorsitzende Carl-August Seibel erklärte im Rahmen einer Pressekonferenz am 3. Februar in Düsseldorf dazu: „Schuhe sind viele Jahre nicht teurer geworden. Wir haben uns sehr preisstabil bewegt und nun ist einfach eine Anpassung notwendig, speziell im Handel.“ Der Handel klage zu recht über gestiegene Kosten auf der einen Seite und zu geringe Umsatzsteigerungen auf der anderen. „Da müssen Preiserhöhungen her“, so Seibel, damit der Handel handlungsfähig bleibe.
Auf Erzeugerebene fiel der Preisanstieg mit 0,79% etwas geringer aus als 2023 (+1,43%). „Das ist nicht viel, aber auch hier ist natürlich Druck spürbar“, so Seibel.
Der Handel wünscht sich einerseits Preissteigerungen, sorgt sich aber um das Commitment der Verbraucher. Rolf Pangels, Hauptgeschäftsführer des BTE, erklärte dazu in Düsseldorf: „Die Verbraucherstimmung ist momentan im Keller.“ Man müsse berücksichtigen, dass die Menschen weniger Geld zur freien Verfügung haben. Es werde öfter gespart und die Menschen machten auch nicht jede Preissteigerung mit. „Ich kann verstehen, dass die Preise angehoben werden, aber wir müssen wirklich aufpassen, dass wir den Bogen nicht überspannen.“ Man könne zwar argumentieren, 5% seien nicht viel, müsse aber trotzdem das veränderte Verbraucherverhalten berücksichtigen. Denn: „In Urlaub fahren die Menschen immer noch und die Tourismusbranche boomt. Da müssen wir uns auch ein Stück weit reflektieren. Dann machen wir vielleicht nicht alles so ganz richtig, wie wir glauben, es machen zu können und zu wollen.“ Man müsse mehr Begehrlichkeit wecken, mehr Freude am Produkt. Es werde immer gern auf die Politik gezeigt, „aber wir müssen auch als Branche in die Puschen kommen“, so Pangels.