Die Tagung stand unter dem Motto ’Online meets Offline‘ und bot in zahlreichen Vorträgen einen Überblick über technische Möglichkeiten für Händler, die ihr Unternehmen in Richtung Omnichannel aufstellen. „Wir hatten ein sehr turbulentes Jahr“, berichtete Rolf Oppitz, Geschäftsführer von Seithe & Partner, in seiner Begrüßung. „Es gab Riesenthemen, die wir bearbeitet haben. Viele neue Produkte gehen an den Start.“ Zudem habe man „einen ganzen Korb voller Schnittstellen“ geschaffen und sich intensiv mit den Anforderungen des Handels auseinandergesetzt.
Welche Möglichkeiten der Multichannel-Connector Plentymarkets für Händler bietet, stellten Joachim Drügg und David Detjen von der Düsseldorfer Agentur Arvatis Media GmbH in ihrem Vortrag vor. Plentymarkets soll es dem Händler ermöglichen, schnell und einfach seine Waren auf unterschiedlichen Plattformen anzubieten. Über eine Schnittstelle kann das Etos-Warenwirtschaftssystem Apollon Daten zu und von Plentymarkets liefern. Dem Handel soll dabei kein großer Aufwand entstehen. Nach der Einrichtung der Schnittstelle erfolgt die weitere Pflege des Systems via Webservice. Die Experten von Arvatis empfahlen dem Handel, sich hinsichtlich der Teilnahme an Plattformen „möglichst breit aufzustellen, jedoch den eigenen Webshop nicht zu vernachlässigen.“
Aus Sicht von Etos und Seithe und Partner wird die Beratung und Bedienung im stationären Handel weiterhin ihren Stellenwert behalten. Gleichwohl sei es wichtig, auch hier die Vorteile der kanalübergreifenden Strategie zu nutzen. Eine Antwort auf sich verändernde Kundenanforderungen soll Needle sein, ein System basierend auf Terminals und Handgeräten für den Handel. Mit diesen Geräten soll es möglich sein, dass ein Kunde oder eine Kundin sich über weitere Varianten oder bestimmte Größen von Artikeln informiert. Bei Bedarf kann sie sich Merklisten erstellen oder die Schuhe zum Anprobieren bestellen. Die Merkliste ermöglicht es dem Kunden außerdem, erst zuhause die Entscheidung für den Kauf zu treffen. „Kunden werden mittelfristig erwarten, dass sie auf der Fläche digitale Tools nutzen können“, ist Rolf Oppitz überzeugt. Aktuell befindet sich Needle in einer Testphase mit einem Schuhanbieter. Das Interesse seitens der Industrie sei sehr groß, so Oppitz. Zeitnah soll ein Händler das System testweise nutzen. Für Ende des Jahres könne ein Roll-out erfolgen.
Mit welchem Inhalt beispielsweise ein Terminal am Point of Sale „gefüttert” werden kann, erklärte Jörg Fromman, Geschäftsführer Etos sowie Geschäftsführer des noch jungen Unternehmens SPOCC, das gemeinsam mit der Brandt-Gruppe gegründet wurde. „Es kann nicht die Lösung sein, dass jeder Händler Content generiert, der dann zigfach im Internet verfügbar ist“, so Frommann. Mit der Content-Datenbank Gravity soll es möglich sein, dass Lieferanten ihren Content – also unter anderem Produktfotos, Imagebilder, Produktbeschreibungen oder auch Videos – für viele Händler nutzbar machen können. „Die wichtigsten Produktinfos sollten da entstehen, wo auch das Produkt entsteht: beim Lieferanten“, ist Frommann überzeugt. Zugleich benötige der Handel digitalen Content, um im Internet sichtbar zu sein. Zudem wünsche auch der Kunde die tiefgreifende Information im Internet über Produkte und Marken. Auch SPOCC Gravity soll zeitnah bereitstehen.
In weiteren Vorträgen wurden unter anderem neue Möglichkeiten beim Kassieren vorgestellt sowie ein digitales Rechnungsarchiv. Auch Neuerungen rund um das Kassensystem Sally von Seithe & Partner wurden präsentiert. Einen ausführlichen Bericht zum Schlüsselkundentag und den Vorträgen lesen Sie in schuhkurier Ausgabe 47.