Wie bewerten Sie die jüngste Ausgabe der Panorama?
Wir haben bis Mittwochnachmittag eine sehr gute Besucherqualität verzeichnet, obwohl die Frequenz insgesamt schwächer war als im Januar und weniger Fachbesucher in die Stadt gekommen sind. Wir können jedoch eine Menge an Ausstellern nennen, die hochzufrieden waren, sowohl in der Womenswear als auch in der Menswear. Die Marken, die eine gute Frequenz hatten, haben bei ihrem Einladungsmanagement die richtigen Messages an den Händler gesendet, den Zeitgeist in den Kollektionen getroffen und das Messemarketing weit im Vorfeld der Messe so aufgesetzt, dass ihre Kunden abgeholt wurden und es auf der Messe gute Termine gab und auch Neukunden dazu gewonnen wurden.
Der Wunsch nach einer gemeinsamen Messe-Plattform in Berlin wurde Anfang Juli lauter denn je geäußert – ist eine Veranstaltung unter einem Dach überhaupt realistisch?
Ja, aus unserer Sicht ist das realistisch, aber es ist auch etwas komplexer als es von außen betrachtet aussieht. Wir arbeiten an dem Thema weiter. Sobald wir eine Planungssicherheit haben und die Konzepte ausgereift sind werden wir uns umgehend damit an den Markt wenden.
Die belegte Fläche der Panorama ist zurückgegangen. Wie können Sie diesen Trend umkehren?
Die Fläche ist vom Winter zum Sommer nicht zurückgegangen, wir haben in Summe die gleiche Quadratmeter-Fläche bespielt und rund 600 Marken präsentiert. Nicht die Vielzahl der Marken, sondern die Qualität und die Message der Marken und der gezeigten Segmente ist aus unserer Sicht das Gebot der Stunde. Sicher können wir wieder zwei oder auch drei Hallen dazu nehmen, die Voraussetzung dafür ist aber, dass die relevanten Player im Markt für das abzubildende Segment zusammen kommen und sich mit den richtigen Messages, starken Kollektionen und damit verbundenem Umsatzpotential für den Handel präsentieren wollen.
Was hat in der Planung der kommenden Messen nun für Sie Priorität?
Als erstes einmal Fact Finding. Wir gehen zuerst in einen detaillierten internen Analyseprozess und werden dann mit Konzeptansätzen und Segmentierungen in den intensiven Austausch mit unseren Ausstellern gehen, um gemeinsam an Lösungen für einen modernen Marktplatz für die Branche zu arbeiten. Die meisten Stimmen in Berlin, egal aus welcher Richtung, stimmten in der Forderung nach einem starken Marktplatz überein. Gerade in Zeiten der Transformation, in der wir uns alle befinden, ob Messe, Industrie, stationärer Händler oder Onlinehändler, ist ein gemeinsamer Ort der Orientierung und Inspiration wichtiger denn je! Die Priorität ist, gemeinsam eine starke Plattform für die Branche zu entwickeln, die agil ist und Antworten auf die Herausforderungen im Wettbewerb um die Gunst des Konsumenten schafft.
Wie sehen Sie die Zukunft des Standorts Berlin generell?
Berlin ist nach wie vor der wichtigste Modestandort Europas! Die Branche braucht und will den Dialog und die physische Begegnung. An keinem Ort in Europa findet sich so ein vielfältiges Angebot an Mode und Kontakten, wie in Berlin. Da sind alle Beteiligten gefragt, dieses Potential zu fördern und Bedenkenträgerei durch konstruktive Ideen und Konzepte auszutauschen. Die Zukunft des Standortes Berlin liegt in den Händen aller und im Interesse aller.