Frau Brüning, gibt es derzeit bei Schuhe24 Probleme mit der Auszahlung der Umsätze an teilnehmende Händlerinnen und Händler?
Isabelle Brüning: Wir haben recht viele Händler. Es gibt immer mal einzelne Händler, die ihre Bestände offline nehmen. Wir setzen diese Händler dann auf Status gekündigt. Als wir unser System im April als neue Version aufgesetzt haben, gab es von einzelnen Partnern bei zwei Schnittstellen die Rückmeldungen, dass die Bestände nach dem Update nicht mehr live waren. Damit waren sie formell offline und wir behalten in diesem Fall drei Monate die Vergütung ein, um die Retouren zu erstatten. Anschließend erhalten Händler dann die Endabrechnung.
Warum wurden weniger Produkte gemeldet?
Dies hat verschiedene Gründe. Entweder weil ein Händler eine Filiale umbaut, die Inventur durchführt oder einzelne Warengruppen bzw. Preisniveaus offline nimmt. Nehmen wir als Beispiel High Heels, die nur einen sehr geringen Teil der Bestellungen ausmachen, aber hohe Retourenquoten verursachen. Oder auch bestimmte Preislagen, die online nicht rentabel sind. In Summe steigt aber die Artikelzahl und die Händlerzahl bei uns, sie nimmt nicht ab.
Wenn Ihre Systemumstellung vor vier Monaten stattgefunden hat und die betroffenen Händler drei Monate gesperrt waren, müssten sie nun zeitnah ihr Geld erhalten.
Wenn jemand bei uns offline geht oder kündigt, und das sind sehr wenige Partner, dann werden drei Monate die Retouren gesammelt, die Kunden erstattet und anschließend der Restsaldo an den Händler überwiesen. Das ist auch üblich bei allen anderen Plattformen, die wir kennen. Klar, das gefällt nicht jedem Partner. Vergangene Woche haben wir unsere Händler in einem Newsletter über eine Sonderaktion informiert: Wir wollten den Händlern bei Schuhe24 etwas Gutes tun und haben die Gebühren für günstige Artikel unter 60 Euro reduziert. Alle Händler erhalten eine Sondervergütung von 3%. Dies machen wir rückwirkend für die Monate April, Mai und Juni 2024. Denn im Sommer sind die Durchschnittspreise geringer und die Marge ist bei günstigen Produkten meist geringer. Daher diese Entscheidung für eine einmalige Rückvergütung.
Warum haben Sie die IT umgestellt?
Der Grund dafür war, dass unser Unternehmen sehr stark gewachsen ist und wir mit unserem vorherigen System an unsere Grenzen gestoßen sind – allein schon aufgrund der unterschiedlichen Branchen, in denen wir aktiv sind. Unser Ziel war es, ein eigenes System zu programmieren, das tragfähig für die Zukunft ist. Und es war uns wichtig, dass wir in unseren verschiedenen Sparten und 22 Branchen dasselbe System einsetzen. Für Schuhe allein hat unsere bisherige Warenwirtschaft gut funktioniert. Aber in anderen Branchen wie z.B. dem Automobilsektor sind die Produktausprägungen ungemein komplex. Dafür braucht es entsprechende Software-Lösung, die wir die vergangenen Jahre entwickelt haben.
Sind Sie für Händlerinnen und Händler, die Probleme haben, erreichbar?
Ja. Wir haben ein Team von sechs Mitarbeitern bei Schuhe24 und Outfits24, uns kann man telefonisch oder per E-Mail erreichen. Wenn das mal nicht klappt und die Leitungen belegt sind, haben wir ein Callcenter als Backup eingeschaltet.