Für Markus Hoffmann-Achenbach sei es „nicht mehr nachvollziehbar, dass im Berliner und Brandenburger Einzelhandel immer noch deutlich unterschiedliche Weihnachts- und Urlaubsgelder gezahlt werden“. So zahlen brandenburgische Einzelhändler ihren Beschäftigten noch immer auf Ost-Niveau. Das habe ebenfalls unmittelbaren Einfluss auf die spätere Rente der Brandenburger Beschäftigten im tarifgebundenen Einzelhandel. Die Differenz betrage derzeit bis zu 423 Euro weniger Weihnachts- und Urlaubsgeld im Vergleich zum Tarifniveau von Berlin (West).
Derzeit ist Verdi mit dem Handelsverband Berlin-Brandenburg (HBB) in Gesprächen, denen vermutlich die Aufnahme von Verhandlungen folgt. Die Verdi-Tarifkommission des Einzelhandels fordere von Arbeitgebern einen ersten Schritt zur Angleichung der Sonderzahlungen (Weihnachts- und Urlaubsgeld) an das Berliner Niveau.
In der vorangegangenen Tarifrunde im Jahr 2015 konnte die Dienstleistungsgewerkschaft durch zahlreiche Aktionen und konstruktive Verhandlungen mit dem Arbeitgeberverband die Angleichung der Sonderzahlungen im Ost-Berliner Einzelhandel auf des West-Berliner Niveau in Stufen bis 2018 durchsetzen. „Nun ist Brandenburg dran! Schließlich haben die Arbeitgeber in einer gemeinsamen Prozesserklärung zugesagt, dass es bis 31. März 2016 – regional differenzierte – Angleichungsschritte geben soll“, sagt Markus Hoffmann-Achenbach. Das Angebot, das bisher vorliegt, enttäusche die Erwartungen. Eine Angleichung soll es nach Vorstellungen des HBB ausschließlich im Stadtgebiet Potsdam geben. Dies hält Verdi für nicht zureichend.