Laut der aktuellen GfK-Konsumklimastudie konnten Einkommenserwartung und Anschaffungsneigung ihr ohnehin hohes Niveau im Januar noch einmal übertreffen. Dagegen werden die generellen konjunkturellen Aussichten zum vierten Mal in Folge weniger optimistisch eingeschätzt. „Die Verbraucher gehen davon aus, dass die deutsche Wirtschaft weiter an Schwung verlieren wird. Der nach wie vor schwelende Handelskonflikt zwischen den USA, China und der EU sowie die Hängepartie beim Brexit sorgen für schwindenden Optimismus hinsichtlich der weiteren gesamtwirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland. Vor allem die Exportentwicklung ist davon betroffen“, schreiben die Experten aus Nürnberg. Bestätigt werden die Verbraucher durch die kürzlich vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) für das vergangene Jahr. Demnach wuchs die deutsche Wirtschaft 2018 nur noch um 1,5%. In den beiden Jahren zuvor betrug der Anstieg jeweils 2,2%. Und auch für dieses Jahr sind die Aussichten eher verhalten. So geht der Internationale Währungsfond davon aus, dass das BIP in Deutschland im Jahr 2019 um 1,3 Prozent steigen wird.
Verbraucher unbeeindruckt
Allerdings lassen sich die Verbraucher bislang nicht durch die Konjunktureintrübung in ihrer Konsumneigung beeinträchtigen. Die anhaltend gute Beschäftigungssituation in Verbindung mit steigenden Einkommen sorgen dafür, dass die Verbraucher bereit sind, weiter Geld auszugeben. Zumal auch die Alternative zum Konsum, das Sparen, weiterhin nicht attraktiv ist. Diese Faktoren führen dazu, dass das Konsumklima wieder zulegt. Die GfK geht für den Konsumklimaindikator im Februar von einem Wert von 10,8 Punkten aus nach revidiert 10,5 Zählern im Januar. Somit könne man den Start in das Konsumjahr 2019 als geglückt ansehen, teilt die GfK mit.
GfK erwartet steigende Konsumausgaben
Rolf Bürkl, GfK-Konsumexperte, erläutert: „Für das gesamte Jahr 2019 prognostiziert GfK einen realen Zuwachs der privaten Konsumausgaben in Deutschland in Höhe von 1,5 Prozent. Vor allem die erwartete positive Arbeitsmarktentwicklung in Verbindung mit positiven Einkommensaussichten werden die entscheidenden Stützen der Konsumkonjunktur sein. Dies setzt allerdings voraus, dass die Verunsicherung der deutschen Verbraucher im Hinblick auf die Konjunktur nicht wesentlich zunimmt. Sollte es zum Beispiel zu einer Eskalation im Handelsstreit kommen, die die Exportaussichten noch stärker beeinträchtigt, wäre das für die Exportnation Deutschland ein schlechtes Signal. Sollte dadurch die Angst vor Jobverlust bei den Arbeitnehmern wieder zunehmen, würde das unmittelbar das Konsumklima belasten und die Prognose gefährden.“