Denn mit der Abwertung verbessert sich die preisliche Wettbewerbsfähigkeit von Produkten aus dem Euro-Raum gegenüber wichtigen Wettbewerbern außerhalb dieser Währungszone, und zwar überall dort, wo sie aufeinander treffen. Damit sich die Vorteile nicht als “süßes Gift” erweisen, sind die Profiteure der Euro-Abwertung laut dem VDMA-Volkswirt Dr. Ralph Wiechers jedoch gut beraten, sie nicht eins zu eins an den Kunden weiter zugeben, sondern strategisch zu verwerten – für den Einstieg bei neuen Kunden, zur Verbesserung der Gewinnmarge, für die Entwicklung und Einführung neuer Produkte.
„Denn steigt der Euro-Kurs wieder, dürfte es schwierig werden, allzu leichtfertig vergebene Preiszugeständnisse beim Kunden rückgängig zu machen. Eine verbesserte technische Wettbewerbsfähigkeit sichert dagegen auf Dauer den Erfolg. Diese Lehre sollten auch die Euro-Krisenländer stärker ins Auge fassen. Sprich: Sie sollten die Chance einer Abwertung nutzen, in ihre Wettbewerbsfähigkeit zu investieren und eben nicht nachlassen, ihre noch so schmerzhaften Anpassungsmaßnahmen weiter zu führen. So und nur so kann aus der Euro-Schwäche ein echtes Konjunkturprogramm werden – und nicht der Einstieg in eine erneute Verunsicherung der Investoren in Europa”, so Dr. Wiechers.