Die Umsatzsteuerstatistik für das Jahr 2016 ist die einzige Erhebung, die im Rahmen einer Vollerhebung sämtliche Umsätze im Einzelhandel erfasst, so auch im Bekleidungs-, Textil-, Schuh- und Lederwarenfachhandel. Dazu zählen alle Unternehmen, die über 50 Prozent ihres Umsatzes stationär jeweils mit diesen Sortimenten erzielen.
Danach hat der ’stationäre Facheinzelhandel mit vorwiegend Bekleidung‘ 2016 – wie auch in den Vorjahren – deutlich besser abgeschnitten, als es nach den bisher vorliegenden Branchen-Panels zu erwarten war, und zwar mit einem Umsatzplus in Höhe von 1,0% auf netto über 33 Mrd. Euro. Und das, obwohl die Zahl der Bekleidungsgeschäfte von 2015 auf 2016 um 789 auf 17.312 Unternehmen (minus 4,4%) sank.
Für den ’Einzelhandel mit vorwiegend Textilien‘, der vor allem Betten-, Handarbeit- und Meterwarengeschäfte umfasst, wurde für 2016 ein Umsatzminus in Höhe von 3,0% auf netto 4,3 Mrd. Euro errechnet. Hier sank die Zahl der Unternehmen um 22 (-0,2%) auf 10.094. Deutlich besser war die Entwicklung im Gardinen- und Teppicheinzelhandel mit einem Umsatzplus in Höhe von 1,9% auf netto 3,1 Mrd. Euro. Und das trotz eines Rückgangs um 140 auf insgesamt 4.166 Unternehmen (-3,3%).
Weniger Umsatz im Schuh- und Lederwarenhandel
Im Schuhhandel sank 2016 die Zahl der Unternehmen von 4.249 auf 4.022 (-5,3%), der Umsatz fiel dagegen nur um 1,9% auf netto 7,4 Mrd. Euro. Ähnlich war die Entwicklung im Lederwarenhandel, wo 1.342 Unternehmen (-4,3%) insgesamt knapp 1,1 Mrd. Euro netto umsetzten (-2,4%).
Welche Sortimente im vorletzten Jahr für die Umsatzentwicklung in der Umsatzsteuerstatistik gesorgt haben, lässt sich aus den Zahlen nicht herleiten. Das Wachstum kann z.B. im Bekleidungshandel durchaus primär aus nicht-textilen Bereichen stammen, hat doch der Modefachhandel in den letzten Jahren seine Randsortimente kontinuierlich ausgebaut.
Online- und Versandhandel boomen kräftig
Der gesamte Umsatz des Einzelhandels (ohne Kfz) ist 2016 um 2,9% gestiegen, obwohl die Zahl der Unternehmen um 1,3% fiel. Überdurchschnittlich um 8,8% gewachsen ist 2016 der Umsatz des Sportfachhandels trotz eines leichten Rückgangs der Unternehmenszahl um 0,4%. Noch mehr Wachstum erzielte 2016 nur der Versand- und Internethandel (ohne ausgewiesenen Sortimentsschwerpunkt), der beim Umsatz (+ 10,9%) und der Zahl der Unternehmen (+7,5%) zulegen konnte.