Am Monatsanfang war die Hoffnung noch groß. Nach einem katastrophalen März sollte der April die Wende zum Guten bringen. Fünf Samstage, zwei Verkaufstage mehr, kein Ostern und eine mäßige Vorgabe aus dem Vorjahr – das sollte doch klappen. Weit gefehlt. Die Misere im Schuhhandel setzte sich in den vergangenen Wochen nahtlos fort. Anstelle der erwarteten deutlichen Umsatzsteigerung blieb am Monatsende ein mageres Pari. Zu wenig. „Die Enttäuschung ist groß. Wir hatten mit mehr gerechnet“, so ein Schuhhändler. Besonders schlecht schnitten die Unternehmen im Norden ab. Hier ging der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr sogar um 4,4% zurück. Auch in der Mitte Deutschlands wurde ein Minus verzeichnet. Dieses fiel mit 1,8% jedoch moderater aus. Dagegen schrieben die süddeutschen Schuhhändler mit einem kleinen Plus in Höhe von 1,6% immerhin schwarze Zahlen. Deutlich übertroffen wurden sie von den Kollegen aus dem Osten, die sogar einen Anstieg um 8,0% verbuchen konnten.
Wetter passte nicht zur Mode
Erster Erklärungsansatz für viele Akteure: das Wetter. Vor allem in der zweiten Monatshälfte verharrte das Thermometer wie festgefroren unterhalb der zehn Grad-Marke. Ende des Monats schneite es vielerorts sogar. Angesichts dieser äußeren Umstände war das Interesse an der neuen Frühjahr/Sommer-Ware gering. „Die modischen hellen Farben und Metallics haben überhaupt nicht zum Wetter gepasst“, stellte eine Unternehmerin aus Nordrhein-Westfalen fest. Hinzu kam die geringe Frequenz in den Innenstädten, von der zahlreiche Händler in der schuhkurier-Umfrage berichteten. Auch dies eine Folge des Wetters? „Es wäre zu einfach, alles auf das falsche Wetter zu schieben“, so eine Händlerin aus Frankfurt. „Dafür dauert die Durst-strecke nun schon zu lange. Wir müssen uns in der Branche mehr Gedanken zu den grundsätzlichen Veränderungen machen. Auch in Zukunft immer weiter nach dem ’Schema F‘ zu agieren, kommt nicht infrage.“