Dabei sei der internationale Zuspruch um 5% im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Die Tendence betont daher ihre Wichtigkeit als Impulsgeber für eine wettbewerbsfähige Zukunft des Einzelhandels.
Im Einzelfall gehen die Eindrücke auseinander. Wie in jeder Saison scheint die Messe für manche Aussteller relativ solide gelaufen zu sein, während andere über immer weiter nachlassende Frequenz klagen. Ihren früheren Ruf noch relevanter als die Ambiente zu sein, hat die Tendence inzwischen allerdings verloren – zumindest was die Aussteller im Bereich Taschen und Lederwaren betrifft.
Leere Gänge, gedrückte Stimmung: Ein inzwischen fast schon gewohntes Bild in Halle 11.1 auf der Tendence in Frankfurt. Während in anderen Messeareas quirliges Treiben, gedämpftes Gemurmel und leise Hintergrundmusik für dynamischere Vibes sorgen, herrscht in der Halle für Taschen, Accessoires und Schmuck bedrückende Stille. Dementsprechend enttäuscht äußerten sich die dort vertretenen Händler über die Frequenz und das teilweise sogar fehlende Interesse auf Seiten der Besucher. „Der erste Tag war sehr schlecht. Am zweiten Messetag hatten wir mehr Besucher am Stand und heute wird es höchstwahrscheinlich wieder sehr schwach“, fasst Sylvia Krens, die Designerin hinter der niederländischen Taschenmarke Hi-di-hi ihre Messeerfahrungen am letzten Veranstaltungstag zusammen. „Früher waren wir immer auf der Tendence. Nach einer vierjährigen Pause sind wir jetzt zurück, mussten aber feststellen, dass beispielsweise die Ambiente wesentlich stärker und effektiver aufgestellt ist. Der Zeitpunkt der aktuellen Tendence-Ausgabe ist definitiv sehr ungünstig und viel zu früh für uns“, führt sie die Problematik weiter aus.
Die Terminierung der Konsumgüter-, Mode-, und Geschenkartikelmessen wird bei den Ausstellern als grundsätzliches Problem gewertet, das nicht unbedingt nur auf Seiten der Messe Frankfurt zu sehen ist. Aram Arutti, Head of Development des Newcomer-Handtaschenlabels Arutti schlägt daher vor: „Wenn man etwas verbessern wollen würde, dann sollten die Messetermine ganz grundsätzlich entzerrt werden. Die ganzen Messen liegen viel zu nah aneinander.“
Taschentrends F/S2019
In Sachen Taschentrends zeigen die Kollektionen eine Zweiteilung. Einerseits werden Farben stärker. „Gelb, Rot und Orange sind unsere stärksten Farben“, erzählt Rüdiger Sielaff von zwei. Matthias Altfeld wertet überdies Grün als wichtiges Thema. Außerdem werden kleinere und mittlere Taschen wieder stärker gegriffen, während zuvor eine klare Tendenz zu größeren Formaten wie Shoppern und Backpacks spürbar gewesen sei.
Sylvia Krens von Hi-di-hi glaubt außerdem an die Kraft der Natur: „Naturmaterialien wie Tencel oder Leinen werden zu einem Riesenthema. Gedecktere Nuancierungen und Erd-Töne gehen damit Hand in Hand.“