So werden Innovationen erst mit großer Zeitverzögerung umgesetzt oder es kommt gar zum Scheitern. In der Praxis lassen sich dafür insbesondere hausgemachte Ursachen beobachten. Das ist das Ergebnis einer Studie der Management- und Technologieberatung BearingPoint und des IIHD Instituts.
Laut der Studie fokussieren sich deutsche Handelsunternehmen oft auf operative Exzellenz anstatt auf eine zukunftsweisende Strategie; Innovationen spiegeln sich dabei fast ausschließlich in kurzfristig angelegten Prozessoptimierungen wider, bei denen es um reine Effizienzsteigerungen geht und nicht um langfristige Entwicklungen. Innovations-Portfolios hingegen würden meist nur unzureichend gemanagt. Dies könne letztlich zum Scheitern der gesamten Projektlandschaft führen. Außerdem beurteile der hiesige Handel Initiativen in vielen Fällen undifferenziert. So würden ’Big Ideas‘ häufig nicht wahrgenommen oder als nicht relevant eingeschätzt.
Ein Innovationsradar von BearingPoint und des IIHD Instituts zeigt, dass die Handelslandschaft in nächster Zukunft von wenigen, jedoch grundlegenden Trends und Entwicklungen geprägt werden wird, auf die es sich einzustellen gelte:
- Cross-Channel-Handel mit mehreren Touchpoints als Teil einer Marke gewinnt an Bedeutung.
- ’Advanced Analytics‘ hält Einzug in den Handel. Analysemethoden bieten die Möglichkeit, wieder näher an den Kunden heranzurücken, um somit dessen Anforderungen besser verstehen und erfüllen zu können.
- Merchandising wird zur Wissenschaft. Vor dem Hintergrund der wachsenden Relevanz von Warenbeständen als Investment der Handelsunternehmen, steigender Risiken durch hohe Altwarenbestände und Ladenhüter und den Folgen hoher Retourenquoten, gewinnt das Thema Merchandising besonders im Textilhandel an Bedeutung.
- ’Mobile Commerce‘ stärkt die Bedeutung der Filiale als zentralen Touchpoint. Insbesondere das Smartphone spielt dabei eine wichtige Rolle.
- Geschwindigkeit wird zum neuen Paradigma. Die Halbwertszeit von Innovationen und Wettbewerbsvorteilen nimmt ständig ab. Schnelligkeit wird zur Grundlage der Entwicklung neuer Geschäftsmodelle.
„Es wird sich ein neues Bild des deutschen Handels ergeben: Die Kluft zwischen innovationsfähigen Handelsunternehmen, die ihren Wettbewerbern einen Schritt voraus sind, und altbewährten Händlern, die sich im Kampf um immer niedrigere Margen rein auf Effizienzsteigerungen und Prozessoptimierungen konzentrieren, wird in der Folge immer größer – die Chance, vor allem für letztere, im Wettbewerb langfristig zu bestehen, hingegen immer geringer“, erklärt Kay Manke, Partner bei Bearing Point.
Die komplette Studie steht hier zum Download bereit