Passende Kinderschuhe sollten nach Ansicht von Dr. Wieland Kinz 12-17 mm länger als die Füße sein. Doch auf dem Weg zum passenden Schuh passieren seit Generationen immer wieder dieselben zwei Fehler: Zuerst werden die Füße gemessen und eine Schuhgröße ermittelt, dann holt die Verkäuferin diese Größe aus dem Lager. Danach werden die Kinder gefragt, ob die Schuhe passen.
„Unsere Ergebnisse zeigen, dass Schuhgrößen praktisch immer falsch sind: Wo Größe 28 draufsteht, ist häufig nur 25 drinnen“, so Dr. Wieland Kinz. „Mehr als 80% sind Mogelpackungen. Außerdem können Kinder bis 10 Jahre die Passform von Schuhen nicht beurteilen.“
Aus der Studie der Krankenkasse Salzburger GKK geht hervor, dass Mädchen deutlich häufiger zu kurze Schuhe tragen als Buben. Die Ursachen dafür seien unklar, könnten den Forschern zufolge aber modisch bedingt sein. Der gehe bei der weiblichen Probandengruppe klar in Richtung rosa, niedlich, zierlich – und zu kurz. Die Auswirkungen seien gravierend, denn es ist wissenschaftlich erwiesen, dass zu kurze Schuhe schon bei 3 bis 6-jährigen Kindern zu einer auffälligen Veränderung des Skelettsystems führen, einer Schiefstellung der Großzehe.
Angesichts der aktuellen Studienergebnisse will das Forscherteam rund um Dr. Wieland Kinz bis bis Oktober nächsten Jahres die Eltern intensiv aufklären und praktische Tipps rund um Kinderschuhe geben. Dann soll nochmals geprüft werden, ob sich die Passform verbessert habe.