2016: „Das Jahr verlief nicht befriedigend. Vor allem die katastrophalen Monate März und September haben die Umsatzentwicklung belastet, immerhin gehören beide zu den umsatzstärksten und damit wichtigsten Monaten im Schuhhandel. Das war so nicht zu kompensieren. Zum Jahresende erwarten wir für die Zentralregulierung ein Minus in Höhe von rund 3%. Unsere Händler werden das Jahr 2016 voraussichtlich mit einem Umsatzrückgang im Bereich von -2,8% bis -3% abschließen. Damit kann der Schuhhandel nicht von der allgemein guten Konsumlaune profitieren. Wir müssen feststellen: Schuhe und Mode stehen bei den Verbrauchern aktuell leider nicht hoch im Kurs. Dagegen steigen z.B. die Ausgaben für Technik und auch für Bildung. Mit dieser Entwicklung müssen wir uns auseinandersetzen und die Wertigkeit des Produkts Schuhe wieder in den Mittelpunkt stellen.“
Reduzierungen: „Einen gesetzlichen Schlussverkaufstermin wird es nicht mehr geben. Das ist politisch nicht durchsetzbar. Wenn ein Händler früh in der Saison reduzieren muss, dann sollte er es intelligent tun und sich gezielt von bestimmten Marken oder Warengruppen trennen. ’20% auf alles‘-Aktionen sind meines Erachtens unsinnig.“
Messen: „Der Besuch auf unserer Hausmesse liegt seit Jahren konstant bei rund 200 Mitgliedern. Diese repräsentieren rund 45% des Einkaufsvolumens. Im kommenden Jahr bleiben wir bei den Terminen Ende Februar und Ende August. Wir benötigen von der Logik her drei aufeinander folgende Termine im Abstand von jeweils vier Wochen für unsere Händler: einen Infotermin, einen Schreibtermin und einen späten Termin für top-modische Sortimente. Mit Blick auf die Sommer-GDS benötigen wir dringend Planungssicherheit – und zwar mittelfristig. Zudem prüfen wir derzeit die Möglichkeit einer weiteren, frühen Messe. Diese könnte, je nach Interesse der Aussteller und Mitglieder, ab 2018 starten.“
Risiko: „Die mangelhafte Nachlieferfähigkeit der Industrie und der daraus folgende hohe Vororderanteil sind zwei Grundübel der Schuhbranche. Wir müssen verstärkt die Nachlieferfähigkeit bei den Lieferanten abfragen. Es gibt natürlich bereits Anbieter wie z.B. Gabor, die hier gut aufgestellt sind, aber leider sind diese eher die Ausnahme. Der Handel kann nicht das komplette Warenrisiko tragen. Das sollte wenn schon dann zumindest über eine höhere Marge ausgeglichen werden.“
Noch mehr Aussagen von Stephan Krug lesen Sie in schuhkurier Ausgabe 47, die am 25. November erscheint.