Im vergangenen Jahr sind die Puma-Umsätze um gut 4% auf 8,8 Mrd. Euro gestiegen. Vor allem im Running- und Fußballsegment habe das Unternehmen punkten können, zitiert das Handelsblatt den Intersport-Deutschlandchef Alexander von Preen.
Im Interview mit der Zeitung äußert sich Puma-CEO Arne Freundt zur aktuellen Lage: Er sei „total unzufrieden mit der Entwicklung des Aktienkurses“, sagt der Manager. Auch dass der Gewinn nur stagniere, sei nicht zufriedenstellend. Man sei allerdings schneller gewachsen als der Markt und plane 2025, das Fundament für nachhaltiges und profitables Wachstum zu schaffen. „Wir konzentrieren uns gerade darauf, die Marke und die Vertriebsqualität zu stärken und vor allem in den richtigen Segmenten zu wachsen“, so Freundt.
Puma werde sich abwenden „von einem Zeitalter, in dem wir uns nur auf Umsatzmaximierung fokussiert haben. Das ging zulasten unserer Vertriebsqualität. Unsere Durchschnittspreise sind nicht da, wo der Wettbewerb ist“. Ziel sei nun eine „Brand-Elevation-Strategie“, mit der die Marke höher positioniert werden soll. Zehn Jahre sei nicht ausreichend in die Marke investiert worden, so Freundt. Nun sollen der Markenkern geschärft und die Identität der Marke herausgestellt werden. Ende März soll dazu eine neue Kampagne starten.
Zudem will Puma mehr in Performance-Produkte investieren. Die dritte Säule sei der Trendbereich. Aktuell habe Puma nicht den „einen“ Beststeller auf dem Niveau von Schuhen wie Adidas-Gazelle oder -Samba. Zum Low-Pro-Sneaker Speedcat, über dessen Revival derzeit diskutiert wird, sagt Freundt, dieser könne „einer der hottesten Schuhe im Sommer werden.“ Der Speedcat sei konsequent über Trendsetter und Influencer aufgebaut worden. „In der Vergangenheit sind wir immer direkt in die Kommerzialisierung gegangen. Das kann funktionieren, muss aber nicht“, so Freundt.
Dafür, dass die Wende auch an der Börse gelingt, sieht der Puma-Chef klare Beweise. So seien die Marktanteile etwa in Mexiko doppelt so hoch wie die weltweiten Marktanteile. So eine starke Position wolle er auch in anderen Märkten erreichen, kündigt der CEO an. Um wettbewerbsfähiger zu werden, starte das Unternehmen zudem ein Effizienzprogramm: „Durch das schnelle Wachstum der vergangenen Jahre ist viel Komplexität entstanden. Da müssen wir wieder einfacher und effizienter werden, zum Beispiel bei den Einkaufsprozessen“.