„Bisher läuft es besser als beim letzten Mal.“ Die Shoes Room by Momad war am ersten Messetag noch keine fünf Stunden alt, aber darin war man sich sowohl unter den Ausstellern als auch bei der Federación de Industrias del Calzado Español (Fice), dem spanischen Schuhverband, einig. Wie es am Stand von La Strada hieß, war eine Verbesserung gegenüber dem Vorjahr auch dringend nötig. Man gebe der Messe in diesem Jahr eine zweite und letzte Chance. Die Kritik von La Strada: Die Messe sei zu wenig international, unter den Ausstellern seien immer weniger große Marken, die Besucherzahlen zudem 2018 überhaupt nicht zufriedenstellend gewesen – alles in allem mit den Messe-Vorgängern kaum zu vergleichen.
Versöhnlicher klang die Meinung zur Messe am Gioseppo-Stand: Es sei erst die zweite Messe und man müsse dem Konzept eine Chance geben. Kleine Messen hätten schließlich auch Vorteile. Die Besucher würden nicht mit einem Lageplan vor der Nase von Halle zu Halle auf der Suche nach ihren Stammmarken hasten und dabei die kleineren Stände übersehen. Gioseppo habe bereits ein paar neue Kunden gewinnen können. Neben vielen Spaniern seien auch Besucher aus Südamerika und Dubai zu ihnen gekommen. Bei Chie Mihara wurde das Industrie-Design der Halle gelobt. Man rechne mit weniger internationalen Besuchern, habe aber bereits Besucher aus Russland und Singapur in Empfang nehmen können. Mit der Orderrunde sei man im Grunde zufrieden, wobei natürlich immer Luft nach oben sei. Am besten liefen bei Chie Mihara die Farben Grün und Blau sowie Naturthemen.
Im Windschatten
Vom Trend zu Nachhaltigkeit und Naturmaterialien könnte die spanische Schuhindustrie profitieren, Espadrilles sei Dank. Das erhofft man sich auch beim spanischen Schuhverband Federación de Industrias del Calzado Español (Fice). Über das spanische Traditionsmodell hinaus hätten sehr viele spanische Marken schon immer nachhaltige Materialien verwendet und zwar bevor dies zum Trend geworden sei, so Perdro Alegría Montes, Marketing and International Business Development Deputy Director des Verbands. Nun wolle man im Marketing gezielt darauf hinweisen. Angesprochen auf die terminliche Nähe der Shoes Room zur Mailänder Messe Micam, erklärte Alegría Montes, dass es das Ziel sei es, außereuropäische Besucher so besser nach Madrid bekommen zu können. Nach dem Motto: Wenn ich schon einmal in Europa bin, dann kann ich auch noch zur Shoes Room bleiben. Fice hatte dazu gezielt Delegationen von Einkäufern aus Lateinamerika, arabischen Ländern, Südostasien und Australien eingeladen. Die spanische Schuhbranche versucht die internationalen Märkte zu erobern und steht laut Alegría Montes vor allem in Nordamerika gut da. Auch in Japan sind die Voraussetzungen durch geänderte Import-Gesetze besser geworden. Deutschland sei für die spanische Schuhindustrie der drittwichtigste Exportmarkt. „Die Zahlen sind stabil, aber wir würden uns wünschen, dass mehr spanische Marken auf den deutschen Markt kämen. Das ist aber leider nicht leicht. Man braucht auf jeden Fall eine deutsche Agentur dazu“, so Alegría Montes.
Showroom-Konzept
Für den nationalen Markt wiederum sei die Messe gut und wichtig. In Spanien kaufe und verkaufe man am liebsten spanische Schuhe, dementsprechend sei in Madrid die Plattform dafür. Das neue Konzept der Messe setze auf kleine Stände und damit ein niedriges Investment für Aussteller. „Die Messe soll mehr den Charakter eines Showrooms, als den einer Messe haben,“ erklärte Alegría Montes unter Verweis auf den Namen der Messe.
„Do you speak English?”
Für Messebesucher, die des Spanischen nicht mächtig sind, sind gute Englischkenntnisse die Voraussetzung. Wobei man leider auch mit diesen das eine oder andere Mal nicht weit kommt, da nicht alle Aussteller englischsprachige Mitarbeiter am Stand haben.