Laut der Studie ‘Retail Outlook’ der Investmentbank Credit Suisse sollte der Umsatzrückgang im Schweizer Einzelhandel nach zwei Jahren Schrumpfungskurs ein Ende gefunden haben. So rechnen die Ökonomen mit einem schwachen Wachstums von 0,3%.
Positiv auf die Entwicklung des Einzelhandels in der Schweiz habe sich die Verbesserung am Arbeitsmarkt und die gute Stimmung der Verbraucher ausgewirkt. Zudem sorge der wirtschaftliche Aufschwung in vielen europäischen Volkswirtschaften und die verringerten politischen Risiken dafür, dass der Euro gegenüber dem Franken aufgewertet werde. Dies dürfte sich einerseits leicht dämpfend auf den Einkaufstourismus ausgewirkt haben.
Umsätze im Segment Bekleidung und Schuhe waren erneut rückläufig
Gemäss den Schätzungen der Credit-Suisse-Ökonomen waren die Umsätze mit Bekleidung und Schuhen mit 1,5% erneut rückläufig, wenn auch weniger stark als noch 2016 (-6,9%). Im gesamten Non-Food-Segment lagen die Umsatzrückgänge bei -0,1% (2016: -3,1%).
Zalando dürfte in der Schweiz inzwischen mehr als 600 Mio. Franken Umsatz erzielen
Auch 2017 übertraf das Umsatzwachstum von heimischen und ausländischen Onlineanbietern dasjenige des stationären Handels bei Weitem. Nach Digitec Galaxus dürfte Zalando der grösste Onlinehändler der Schweiz sein. Gemäss den Schätzungen der Credit Suisse habe Zalando seit 2012 seinen Umsatz in der Schweiz mehr als verdreifacht und setze 2017 schätzungsweise 624 Mio. Franken um. Der Anteil der Schweiz am gesamten Zalando-Umsatz in der DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) entsprach 2016 etwa einem Viertel, obwohl die Schweiz mit ihren 8,4 Mio. Einwohnern nur gerade 8% der Bevölkerung der DACH-Region stellt.
Einkaufstouristen sind eine Stunde länger unterwegs
Die Einkaufswege führten laut Studie derweil auch gezielt ins Ausland – gemäss Schätzungen der Credit Suisse 2015 im Durchschnitt drei Mal pro Person und Jahr (aktuellste Erhebung: Mikrozensus Mobilität und Verkehr, 2015). 2015 wurden drei Viertel aller gezielten stationären Auslandeinkäufe von Einwohnern in Grenzregionen getätigt. Konsumenten mit eigenem Fahrzeug nahmen sich für Shoppingtrips ins Ausland im Durchschnitt rund eine Stunde sowie 55 Kilometer mehr in Kauf als für einen durchschnittlichen gezielten Inlandeinkauf.