Aus Sicht von Dieter Spiess, Präsident des Schuhhändlerverbandes ’Schuhschweiz‘, war die Aufhebung des Euro-Mindestkurses durch die Nationalbank kein überraschender Schritt und in letzter Konsequenz auch grundsätzlich richtig. Negative Folgen für die Wirtschaft könnten teilweise z.B. durch eine Senkung der Unternehmenssteuer gesenkt werden, ist der Fachmann überzeugt. „Natürlich trifft es neben der Export-Industrie auch den Handel“, so Spiess: „Die Konsumenten werden jetzt noch mehr ins nahe Ausland gelockt, um sich mit Konsumgütern einzudecken.“ Die 10 Mrd. Schweizer Franken, die schon 2014 für Auslandeinkäufe ausgegeben wurden, dürften laut Spiess damit im laufenden Jahr noch höher ausfallen. „Dazu kommt, dass der Schuhhandel in der Schweiz seine Preise nicht senken kann, da er die Ware seit jeher teurer einkaufen muss als seine Branchenkollegen im Europäischen Raum.“
Nun seien auch die Fabrikanten und Lieferanten gefordert, sofort zu handeln und beispielsweise Warenrechnungen auch für den Schweizer Markt in Euro auszustellen. „Das Argument mit der höheren Kaufkraft der Schweizer Konsumenten, diese Begründung für 10% höhere Einkaufspreise, zieht längst nicht mehr“, so der Schuhexperte weiter. „Der Handel wird Wege suchen müssen, die Situation erträglich zu gestalten.“ Schuhschweiz werde zusammen mit den Verbundgruppen Vorschläge ausarbeiten. „Mit Panikmache wird es nicht besser – was es jetzt braucht, ist eine sachliche Beurteilung der Lage.“