Der Negativtrend für die brasilianische Schuhindustrie hielt auch 2018 an. Nach Angaben des nationalen Industrieverbands Abicalcados gingen die Schuhexporte mit Ausnahme des April in allen Monaten des vergangenen Jahres zurück. Unter dem Strich stand so ein Minus in Höhe von 10%. Insgesamt wurden von den Schuhherstellern 113,5 Mio. Paar Schuhe im Wert von 976 Mio. Dollar exportiert.
Schuhindustrie in Brasilien setzt auf Bolsonaro
Heitor Klein, Geschäftsführer von Abicalcados, machte eine ganze Reihe von Problemen für die sinkenden Exporte verantwortlich. Dazu zählte er u.a. Währungsschwankungen, steigende Einfuhrzölle in den USA und langanhaltende Streiks von LKW-Fahrern im Mai. Dennoch blickt Heitor Klein positiv in die Zukunft. Verantwortlich für den Optimismus ist der Wahlsieg von Jair Bolsonaro, von dem der Verband eine wirtschaftsfreundliche Politik erwartet. „In der Vergangenheit wurde die Schuhindustrie in Brasilien von der Regierung nicht unterstützt. Im Gegenteil. So ist es zu erklären, dass innerhalb der vergangenen zehn Jahren 20.000 Arbeitsplätze in der Schuhproduktion gestrichen wurden und die Exporte von knapp 2 Mrd. Dollar auf nur noch etwa 1 Mrd. Dollar gesunken sind. 2019 beginnt jedoch für uns eine neue Zeitrechnung, mit steigender Nachfrage und weniger Unsicherheit“, so Klein. Zudem könne Brasilien von dem Handelsstreit zwischen den USA und China profitieren, wenn amerikanische Importeure auf der Suche nach Alternativen zu China verstärkt in Brasilien Schuhe einkaufen.
Wichtigste Exportmärkte
Wichtigster Abnehmer von Schuhen aus Brasilien waren 2018 erneut die USA. Mehr als 10,5 Mio. Paar Schuhe im Gesamtwert von 167 Mio. Dollar wurden Kunden in den Vereinigten Staaten verkauft. Dies entspricht jedoch einem Rückgang um 5% in der Menge und 12,2% im Wert im Vergleich zum Vorjahr. Auf Platz zwei der wichtigsten Märkte rangiert Argentinien, auf dem dritten Platz folgt Frankreich.