Befragt wurden 330 Logistik- und Außenhandelsexperten. Die Studie steht unter www.aeb.com/gtm-studie kostenlos zum Download bereit. Bereits in der letztjährigen Untersuchung hatten die Teilnehmer kürzere Liefer- und Durchlaufzeiten als wichtigstes Thema eingestuft. „Die Kundennachfrage nach schnellen Lieferungen steigt weiter und stellt hohe Anforderungen an die Unternehmen sowohl aus Industrie und Handel als auch aus Transport und Logistik“, sagt Prof. Dr. Dirk Hartel, Studiengangsleiter für BWL-Dienstleistungsmanagement/ Logistikmanagement an der DHBW Stuttgart und einer der Autoren der Studie. „Neben innovativen Ideen und neuen Technologien wie Paketlieferungen via Drohne sind vor allem optimierte und reibungslose Prozesse in den Unternehmen gefragt.“ Hier scheinen die meisten Befragten allerdings bereits gut aufgestellt zu sein: Nur 41,2% der Unternehmen diagnostizieren bei sich einen Verbesserungsbedarf, um Durchlauf- oder Lieferzeiten zu reduzieren.
Topthema Nummer zwei: Risikominimierung in der Lieferkette
Die Reduzierung des Risikos in der Lieferkette zählt wie im vergangenen Jahr ebenfalls zu den Topaufgaben. Dem Thema messen rund zwei Drittel der Befragten (65%) eine hohe Bedeutung bei, sodass es auf Rang zwei bei den wichtigsten Aufgaben steht. Auch hierfür sieht die Mehrheit der Logistik- und Außenhandelsexperten ihr Unternehmen gut gewappnet – lediglich 42% geben an, Verbesserungsbedarf oder große Defizite bei diesem Thema zu haben. Die Umsetzung von zollrechtlichen Änderungen ist für 61,6 Prozent der Befragten eine wichtige oder sehr wichtige Aufgabe im Jahr 2017. Hierbei ist vor allem interessant, dass die Brexit-Entscheidung noch nicht zu einer veränderten Einschätzung bzw. einem Bedeutungszuwachs gegenüber der Vorjahresuntersuchung geführt hat. Das Referendum der Briten fand während der Umfrage zur Studie statt und ein Großteil der Studienteilnehmer hatte den Fragebogen nach der Entscheidung beantwortet. Allerdings: „Zu diesem Zeitpunkt war noch nicht klar, wie die außenwirtschaftlichen Beziehungen zwischen der EU und Großbritannien geregelt werden und welche Auswirkungen der Brexit haben wird“, erklärt Dr. Ulrich Lison, Portfoliomanager und Mitglied der Geschäftsleitung bei AEB, der gemeinsam mit Prof. Dr. Hartel die Studie durchgeführt hat.