Ferner geht aus der Umfrage von Kienbaum hervor, dass weitere 26% das Ende der Krise innerhalb von 24 Monaten erwarten. Für die nächsten sechs Monate seien sie allerdings noch sehr pessimistisch, was ihre Geschäfte angeht. Internationale Unternehmen, die in Russland aktiv sind, befürchten hingegen, dass die Krise deutlich länger anhalten werde: Ein Drittel erwarte das Ende der Krise erst in mehr als zwei Jahren, immerhin 55% glauben, dass die wirtschaftliche Talsohle in Russland nach ein bis zwei Jahren durchschritten sein wird. Dafür seien die internationalen Unternehmen kurzfristig nicht ganz so pessimistisch wie ihre russischen Wettbewerber, so die Ergebnisse der Kienbaum-Umfrage.
Rubel-Abwertung macht Unternehmen am meisten zu schaffen
Auf die Frage, welche Auswirkungen der Krise die Unternehemn im Detail spüren, steht nach den Umfrageergebnissen die Rubel-Abwertung an erster Stelle: 83% beklagen, dass sich die Schwäche des Rubels negativ auf ihr Geschäft auswirkt. Hingegen fühlen sich nur 55% von den Wirtschaftssanktionen betroffen; darunter sind in erster Linie russische Firmen.
Krise lässt Umsätze schmelzen
Die beiden hauptsächlichen Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf die Unternehmen seien ein Rückgang ihrer Umsätze und eine generell rückläufige Geschäftsentwicklung: 59% beziehungsweise 56% der Firmen beklagen dies. In ihrer Personalarbeit ist das am meisten genutzte Mittel ein Einstellungsstopp: 18% der von Kienbaum befragten Firmen stellen derzeit keine neuen Mitarbeiter ein. Weniger populär sind bislang Entlassungen: Erst zwölf Prozent der Unternehmen haben wegen der Krise bereits Mitarbeitern gekündigt. Und nur drei Prozent haben ihr Russland-Geschäft ganz aufgegeben oder planen dies.
Viele Unternehmen frieren Gehälter ihrer Mitarbeiter ein
In der Vergütungspolitik setzen viele Unternehmen darauf, die Gehälter einzufrieren, um ihre Personalkosten in der Krise möglichst gering zu halten: 38% der von Kienbaum befragten Firmen haben ihren Mitarbeitern eine Nullrunde verordnet. Ausländische Unternehmen sind im Vergleich zu russischen Firmen jedoch flexibler: Immerhin 23% gewähren ihren Mitarbeitern trotz der Krise eine jährliche leistungsbezogene Gehaltserhöhung.