Viele Aussteller äußerten sich im Gespräch mit schuhkurier etwas enttäuscht über die Frequenz auf der Premium. An dem strahlenden Sonnenschein kann dies nicht gelegen haben, denn auch das Außengelände war im Vergleich zu vorherigen Saisons besuchstechnisch etwas dünner besiedelt. „Übersättigung“ war daher ein Stichwort, das Danilo Maag am Stand von Inuikii bei der Frage nach den Gründen für diese Entwicklung nannte. „Es gibt wirklich viele Messen und gleichzeitig haben viele Händler noch volle Lager – kein Wunder, dass im Moment weniger los ist.“ An anderen Ständen in der Schuh-Halle waren ähnliche Meinungen zu hören. So sagte etwa Alexander Müller, zuständig für den Deutschland-Vertrieb bei der niederländischen Schuhmarke Blackstone: „Die Messen sind einfach nicht mehr so wie noch vor ein paar Jahren. Vor allem hier in Berlin geht es um Meet & Greet; viele Händler bevorzugen inzwischen offensichtlich Ordercenter und regionale Veranstaltungen.“
Etwas anders dagegen die Stimmung bei Havaianas, die nach mehreren Saisons Pause auf die Premium zurückgekehrt waren und einen großen, offenen Stand auf dem Außengelände der Premium bespielten. „Wir haben hier eine sehr gute Lage und viel Laufkundschaft, das hat sich ausgezahlt“, so Ivo van Ierland, Manager Central Europe (DACH) des brasilianischen Labels. „Das ist ein wichtiger Teil unserer neuen Strategie für den deutschen Markt.“
Konzeptionell hatte die Premium diesen Sommer vor allem auf Kollaborationen mit Künstlern gesetzt. Dazu gehörte beispielsweise eine Kollaboration mit dem in Berlin ansässigen Künstler Anselm Reyle. Seine Installation ’Windspiel‘, eine motorisierte Hängevorrichtung aus Aluminium, hing gleich im Eingangsbereich der Premium. Für Sommerlaune sorgten außerdem Neonfarben und Metallic-Folien an Wänden und Decken.
Show & Order im Kühlhaus
Inspiration und ’Face-to-Face‘-Kommunikation bildeten den konzeptuellen Schwerpunkt der aktuellen Veranstaltung. Hierfür wurde das in der Winterausgabe neu geschaffene Konzept ’Show & Oder x Premium‘ beibehalten. Die Aussteller der Show & Order wurden dementsprechend erneut in die fünfte Etage des Kühlhauses integriert. Besucher sollen durch den Experience-Bereich die Möglichkeit geboten bekommen, nicht nur die neuen Fashiontrends zu sichten, sondern sich auch mit neuen Ideen und aktuellen Trends aus den Bereichen Store-Design, Sound und arrondierenden Sortimenten versorgt zu werden.
Unter anderem im Kühlhaus platziert war die Newcomer-Brand Mime et Moi, die das erste Mal nicht nur als Besucher sondern als Aussteller in Berlin vor Ort sind. Marketing-Manager Tim Haas bemerkte die mangelnde Frequenz und den frühen Zeitpunkt der Messe: „Am ersten Tag war es sehr leer hier, weil das Kühlhaus nach den Haupthallen besucht wird. Generell herrscht hier ein cooler, junger Vibe, aber die Frequenz hält sich in Grenzen. Auch der Standbau, zwölf Meter breit und 70 Zentimeter tief, war eine Herausforderung. Es ist in dem Durchgangsbereich schwierig als eigenständige Marke wahrgenommen zu werden.“
Tendwatch: Laut vs. Leise
Die neuen Schuhtrends der Saison S/S 2019 bestechen mit Vielfalt. Während sich einerseits leuchtende Sommerfarben wie Sonnengelb oder lilastichiges Magenta positionieren, bilden zarte Erdnuancen und natürliche Materialien einen beruhigenden Gegenpol. Leinen und Bast spielen im Materialbereich eine noch stärkere Rolle, Espadrilles werden unterschiedlich interpretiert und erstrecken sich vom femininen Slipper bis hin zur Hybrid-Variante mit Sneaker-Upper. Darüber hinaus bestimmten weiterhin Ugly Sneakers und Sock-Shoes das modische Bild am Gleisdreieck.