Im Zeitraum Januar bis Oktober lag das Exportvolumen der Schuhhersteller bei mehr als 70 Mio. Paar (1,65 Mio. Euro). Das entspricht einem Plus von 8,8% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Damit ist 2014 das fünfte Jahr in Folge, das eine Exportsteigerung für die portugiesische Schuhindustrie mit sich bringt.
Seit 2010 stiegen die Exporte um mehr als 45%. 95% der Produktion werden ins Ausland exportiert. Die portugiesische Ware wird in insgesamt 150 Länder geliefert, wobei die EU-Länder ihre Position gehalten haben, während außerhalb der EU ein Wachstum verzeichnet werden konnte. In den USA wurde ein Zuwachs von 65% verzeichnet, die Exporte nach Kanada stiegen um 29%, nach Australien um 26,8% und nach China um 46,6%.
Laut Herstellerverband Apiccaps sind mehr als 35.000 Menschen in 1.350 Unternehmen der portugiesischen Schuhindustrie beschäftigt. Damit hat sich die Schuhproduktion zu einem Zugpferd der Außenwirtschaft entwickelt. Portugal hat im Mai 2014 den Euro-Rettungsschirm verlassen. Miguel Frasquilho, der Präsident der portugiesischen Außenhandelskammer AICEP, umschreibt gegenüber dem Deutschlandfunk die Entwicklung: „Niemand wünscht sich eine Krise, wie wir sie erlebt haben. Aber sie ist nun einmal passiert. Wir hatten zwei Möglichkeiten: Entweder resignieren oder die Ärmel hochkrempeln und unsere Hausaufgaben machen. Und was war zu tun? Wir mussten auf den Export setzen, um den Verlust auszugleichen, der auch mit dem Wegbrechen des nationalen Marktes entstanden war.“
Vor 15 Jahren habe laut Apiccaps die Umstrukturierung der portugiesischen Schuhindustrie begonnen. Viele Betriebe, die am alten Produktionsmodell festhielten, mussten aufgeben; neue Unternehmen entstanden. Paulo Gonçalves, Sprecher des Verbandes der portugiesischen Schuhproduzenten, erklärt gegenüber dem Deutschlandfunk: „Die Betriebe mussten nun viel mehr investieren. Sie mussten neue und sehr hochwertige Anlagen und Maschinen kaufen, an internationalen Messen teilnehmen, ihre eigenen Marketing- und Kommunikationsstrategien entwickeln, und an den Vertrieb und an die Marke denken und eng mit den Designern zusammenarbeiten. Dieses Geschäftsmodell ist viel komplexer und arbeitsaufwendiger, aber es ist der einzige Weg, der uns bleibt.“