Im Auftrag der Stadt Werl führte das Wiesbadener Forschungsinstitut Ecostra im Zeitraum von April bis Juli 2013 unter Federführung von Dr. Joachim Will die bis dato umfangreichste Untersuchung der Einzelhandelslandschaft in Nordrhein-Westfalen durch. Fast 10.000 Einzelhandelsbetriebe mit einer Verkaufsfläche von rund 2,9 Mio. qm innerhalb eines Einzugsgebietes von ca. 30 Pkw-Fahrminutenwurden für die Erstellung der Auswirkungsanalyse erhoben und bewertet.
Laut der Studie kommt es bei Bekleidung und Sportartikeln zu Kaufkraftverlusten in Dortmund von 1,1%, Hamm 2,2% und Unna 3,4% komme, habe Werl die höchsten Umsatzrückgänge in diesem Bereich zu erwarten – rund 9%. Bei anderen Städten und Gemeinden der Region bewegt sich der Rückgang laut Gutachten „überwiegend im Rahmen üblicher konjunktureller Schwankungen und zum Teil unterhalb einer rechnerischen Nachweisgrenze“. Bei Schuhen und Lederwaren ergibt sich laut Ecostra-Gutachten ein ähnliches Bild: In Dortmund liege der Umsatzrückgang durch ein FOC Werl bei 2,1%, in Hamm bei 2,3%, Unna sei hier mit 6% „vergleichsweise hoch“ betroffen. Das werde aber nicht zum „flächendeckenden Wegbrechen von Ladengeschäften“ im Bereich Schuh- und Lederwaren führen. Die höchsten Umsatzeinbrüche wird es auch hier in der Werler Innenstadt geben – rund 11%.
„Die Ergebnisse der sehr detaillierten Auswirkungsanalyse bestätigen unsere fundierten Erfahrungen aus zahlreichen Ansiedelungen von Outlet-Centern. Für die Einzelhändler in der Region besteht kein Grund zur Sorge. Denn ein Outlet-Center in Werl wird den innerstädtischen Handel umliegender Städte und Gemeinden nicht beeinträchtigen. Wir sind vielmehr davon überzeugt, dass das Outlet-Center das bestehende Angebot vor Ort bestens ergänzt und die wirtschaftliche und touristische Entwicklung der gesamten Region nachhaltig stärken wird“, so Sebastian Sommer, Business Development Director Europe bei Neinver. „Die präsentierten Gutachten belegen klar, dass Werl ein hervorragender Standort für ein Outlet-Center in Nordrhein-Westfalen ist. Für uns ist die Erkenntnis sehr wichtig, dass von einem Outlet-Center in Werl für den regionalen Einzelhandel keine Bedrohung ausgeht. Nun werden wir gemeinsam mit Neinver die weiteren Planungsschritte in Angriff nehmen“, ergänzt Michael Grossmann, Bürgermeister der Stadt Werl.
Mit der erfolgten Vorstellung des Projektvorhabens inklusive aller erforderlichen Gutachten vor dem Planungs-, Bau- und Umweltausschuss der Stadt Werl setzt die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit und Behörden ein. Alle Träger öffentlicher Belange haben nun die Möglichkeit, innerhalb der kommenden vier Wochen Stellung zum geplanten Outlet-Center zu beziehen und ergänzende Anmerkungen einzureichen.
Das geplante Outlet-Center soll in einem offenen Village-Stil gebaut werden und eine Verkaufsfläche von rund 13.800 qm umfassen. Für Schuhe ist eine Maximalfläche von 1.800 qm vorgesehen.