Jubiläum mit Schönheitsfehler. Mitte Juni fand zum 25. Mal die OutDoor Messe in Friedrichshafen statt. Feierlaune wollte auf dem Branchentreff allerdings nicht aufkommen. Der Grund: Die Outdoor-Karawane zieht weiter. Es ist ein Abschied mit Ansage: Bereits im Frühjahr hatte sich die Mehrheit der Mitglieder der European Outdoor Group (EOG), der Vereinigung führender Outdoor-Lieferanten und Händler, für einen Umzug der Leitmesse ausgesprochen. Ab dem kommenden Jahr wird München die neue Heimat der OutDoor. Adieu Bodensee. Auch wenn nun der Abschied naht, können die Macher der OutDoor auf eine Erfolgsgeschichte zurückblicken. In den vergangenen 25 Jahren war Friedrichshafen die ideale Bühne für eine Branche im Aufwind. Vor allem die Nähe zur Natur und die familiäre Atmosphäre zeichneten die Veranstaltung aus. Diese ’weichen‘ Standortfaktoren reichten der EOG mit Blick auf die Zukunft jedoch nicht mehr aus.
Zweifellos bietet München auf dem Papier bessere Voraussetzungen, um eine Messe von internationalem Rang zu veranstalten. Vor allem in Sachen Infrastruktur und Verkehrsanbindung kann die bayerische Landeshauptstadt gegenüber Friedrichshafen punkten. So ist in München nicht mit hoffnungslos verstopften Zufahrtswegen und knappen Hotelkapazitäten zu rechnen. Aber: Konkrete Informationen, wie es mit der Leitmesse im kommenden Jahr weitergeht, liegen bislang nicht vor. Das dürfte sich in den kommenden Wochen ändern. Dem Vernehmen nach haben die Verantwortlichen zunächst die letzte OutDoor abwarten wollen, bevor sie mit Details an die Öffentlichkeit gehen. Ein respektvolles Vorgehen, das Anerkennung verdient. Wenig handfest sind allerdings auch die Angaben der Messe-Macher aus Friedrichshafen, wie es künftig in der Zeppelinstadt weitergehen soll. Fest steht bislang lediglich, dass man den Münchnern das Feld nicht kampflos überlassen will. Auf der OutDoor wurde lediglich mit dem Slogan ’Outdoor 2019 simply different‘ geworben. Auf der Homepage der Messe heißt es darüber hinaus: „Authentische Persönlichkeiten, Begegnungen auf Augenhöhe sowie Produkte zum Anfassen und Erleben sind unser Potenzial für die Zukunft – als Gegenentwurf zum ’Höher, schneller, weiter‘ andernorts.“
Aus Sicht der Verantwortlichen bei der Messe Friedrichshafen ist die Entscheidung, um das Outdoor-Segment zu kämpfen, nachvollziehbar. Im Sinne der Branche wäre eine Spaltung in zwei Lager jedoch nicht hilfreich. Angesichts der zahlreichen Herausforderungen ist vielmehr eine Bündelung der Kräfte wünschenswert. Daher: Danke Friedrichshafen. Auf nach München.