Das Umbauprogramm von Kaufhof startet. Dafür stellt der neue Eigentümer HBC insgesamt eine Milliarde Euro bereit. Eine stolze Summe, die aufhorchen lässt.
16.03.2016
Helge Neumann
2 Minuten
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Der Startschuss fällt in Düsseldorf. Beim Kaufhof an der Kö rücken die Handwerker an. Es folgen Frankfurt und Stuttgart. Die Hudson’s Bay Company (HBC) macht Ernst. Die Kanadier haben Galeria Kaufhof vor rund einem halben Jahr übernommen. Jetzt startet das Umbauprogramm. Dafür stellt HBC in den kommenden fünf bis sieben Jahren insgesamt eine Milliarde Euro bereit. Eine stolze Summe, die aufhorchen lässt. Allein in die Vorzeigefiliale im Herzen von Düsseldorf sollen über 30 Mio. Euro gesteckt werden. Im Übrigen auch für das Vorhaben, die Schuhfläche zu verdoppeln.
Nimmt sich HBC tatsächlich der Wiederbelebung des Warenhauses an? Leben Totgesagte länger? Die Investition kommt zweifellos zur richtigen Zeit. Das Siechtum der Warenhäuser in Deutschland dauert schon zu lange. Der Modernisierungsbedarf bei Kaufhof und Konkurrent Karstadt ist enorm. Das ständig wechselnde Management, die damit einhergehende Verunsicherung der Kunden und der Stillstand auf den Flächen haben deutliche Spuren hinterlassen. In früheren, besseren Zeiten gehörte zu jedem Stadtbummel ein Besuch von Kaufhof und Karstadt. Doch die Anziehungskraft der Warenhäuser hat stark nachgelassen. Vor allem die jungen Generationen können mit dem Konzept ’Alles unter einem Dach‘ nur wenig anfangen. Hinzu kommt der aggressive Wettbewerb durch internationale Player, der weitere Umsatzanteile gekostet hat. Von Online ganz zu schweigen.
Jerry Storch will das Steuer herumreißen. Der HBC-Chef kündigte neben dem Milliardeninvestment an, „viele neue spannende Marken zu Kaufhof“ bringen und für jüngere Kunden attraktiver werden zu wollen. Eine Herkulesaufgabe. Und so richtig passt das in der Vorstellung noch nicht zusammen: HBC steckt eine Milliarde in Kaufhof und anschließend ist das Warenhaus cool?
Ebenso spannend bleibt das Outlet-Projekt von HBC. Bis zu 40 Saks Off 5th Filialen sollen mittelfristig in Deutschland eröffnet werden. In den USA macht der Handelskonzern mit dem Off-Price Konzept gute Geschäfte – stationär und offline. „Die Leute lieben Schnäppchen! Wir glauben, dass das Geschäft mit Outlets in Deutschland noch ganz am Anfang steht“, so Storch zu den Plänen. Dabei übersieht der Manager jedoch geflissentlich, dass das Segment der Outlets in Innenstadtlagen bereits durch TK Maxx bespielt wird. HBC geht in die Offensive. Und Karstadt? Das Unternehmen hat sich unter Führung von René Benko für einen anderen Weg entschieden. Hier lautet die Devise: sparen, sparen, sparen. In Essen regiert der Rotstift. Filialen werden geschlossen, die Tarifbindung aufgekündigt. Innovationen oder gar Investitionen? Bis auf die geplante Einführung von Einkaufswagen: Fehlanzeige. In Sachen Image verliert Karstadt durch diese Strategie weiter an Boden. Ob letztlich erfolgreich oder nicht – zumindest positionieren sich Kaufhof und HBC dank der Milliarde als Macher.