Der Wuppertaler Schuhfilialist Klauser (ehemals: Klauser/Salamander) kündigt einen Wechsel an der Spitze an: Auf den 59-jährigen Lothar Schäfer folgt der 45-jährige Christian Hoppe, der ab sofort als alleiniger Geschäftsführer tätig ist.
Hoppe blickt in seiner Vita auf Stationen bei Unternehmen wie Peek & Cloppenburg, Engelhorn und dem Hemdenhersteller van Laack zurück. „Wir sind froh, dass wir einen versierten Handelsexperten an Bord haben, der in Vertrieb und Einkauf viel Erfahrung mitbringt“, betont Schäfer gegenüber schuhkurier.
Lothar Schäfer wird das Unternehmen bis zum Ende des Monats auf eigenen Wunsch hin verlassen. Es hätten sich in diesem Jahr andere Gelegenheiten ergeben, auf die er sich künftig konzentrieren wolle. Der ehemalige Klauser-Geschäftsführer Franz Walter Wiest wird Hoppe beratend zur Seite stehen.
Generationswechsel bei Klauser
Der Generationswechsel wird von Klauser als Möglichkeit gesehen, mit neuen Perspektiven an die Nachwirkungen der Herausforderungen, mit denen sich das Unternehmen zuletzt konfrontiert sah, zu gehen. Ende 2022 kündigte Klauser/Salamander ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung an, das im Februar 2023 eröffnet wurde. Die beiden Gesellschaften Klauser und Salamander wurden daraufhin im September 2023 von einem neuen Eigentümer übernommen. Unter Prime Footwear Investors formte sich ein Zusammenschluss aus Managern mit Kenntnissen und Erfahrungen in Schuhbranche und Handel. Dazu gehörten damals Franz Walter Wiest, die Familie Brandstetter-Finger, die Convergenta Beteiligungsgesellschaft als Hauptanteilseigner sowie die Unternehmer Peter Prange, Günter Althaus und Lothar Schäfer. Wiest und Schäfer traten bei der Übernahme, die direkt nach der Beendigung des Schutzschirmverfahrens im selben Monat erfolgte, in die Geschäftsführung ein.
Im April 2024 folgte der nächste Schock: Ein Cyberangriff zwang das gesamte Backend des Unternehmens in den Stillstand. Zur Daten- und Systemsicherung wurden in diesem Verlauf sämtliche IT-Systeme heruntergefahren. Im Mai seien alle Systeme bereits aktiv gewesen, die Priorität lag dabei vor allem auf den Filialen, bevor auch der Online-Shop wieder aktiviert wurde.
Infolgedessen wandte sich das Unternehmen vor Kurzem auch mit einem Brief an die Industrie. In dem Schreiben empfahl Klauser den Lieferanten trotz Normalbetrieb der Filialen die Aussetzung von Lieferungen, bis diese wieder ein Signal des Unternehmens erhalten. Diese Bitte sei lediglich eine Vorsichtsmaßnahme, da vor allem der Cyber-Angriff sowie die aktuelle Handelslage zuletzt Spuren hinterlassen haben. Aktuell gehören zu Klauser 67 Geschäfte, die zu gleichen Teilen unter den Namen Klauser sowie Salamander laufen.