Alles unter einem Dach – nachdem die Joop Schuhlizenz fünf Jahre lang im Hause Sioux weilte, wechselte sie nach Auslaufen des Vertrages im März dieses Jahres in die Hände von Müller & Meirer – und somit in das Unternehmen, das bereits für die Taschenkollektion des deutschen Labels verantwortlich ist. Jetzt wurde im Showroom von Müller & Meirer am Unternehmenssitz in Kirn die erste Schuhkollektion unter der Regie des Lederwarenspezialisten und Lizenznehmers von Marken wie Gerry Weber, Strellson, Porsche Design und Jette Joop präsentiert.
„Eine Marke funktioniert nur, wenn die Produkte gut sind“, ist Steffen Neumann, Geschäftsführer von Müller & Meirer, überzeugt. Er hat sich für Joop Shoes vor allem eine gute Passform und ein neue Designsprache auf die Fahnen geschrieben. „Wir können in Eigenregie Taschen und Schuhe noch besser auf einander abstimmen – nicht nur, was die Materialien angeht, sondern auch den Modegrad.“ Die VK-Preise der Damenschuhe bewegen sich zwischen 159 und 229 Euro, mit einem deutlichen Schwerpunkt unter 200 Euro. Produziert wird in Europa. „Wir wollten den Schwerpunkt auf Schuhe legen, die es so in der Kollektion von Joop Shoes noch nicht gab“, sagt Steffen Neumann. Im Damenbereich bedeutet dies ein ’mehr‘ an Mokassins und Ballerinas, bei den Herren reicht die Produktpalette von Sneakern über sportive Bootie-Varianten und Casual Schuhe bis hin zu eleganten und angezogeneren Modellen.
Mittelfristig soll das Damensegment von Joop deutlich stärker positioniert werden – mit Modellen, die der Markt verlange: Klare Formensprache statt übertriebener Glamour, bequeme Passformen für eine moderne, anspruchsvolle Trägerin. „Wir wollen mit der Kollektion eine urbane Lässigkeit ausdrücken, die alltagstauglich ist“, sagt Neumann. Daher finden sich in der Modellerie der Debutkollektion auch sehr viele flache Schuhe wieder. Auf mittlere Sprengungen wurden komplett verzichtet. Neben einem hohen Pumps in verschiedenen Varianten und Wedges werden vor allem lässige Sommersandalen, Ballerinas und Mokassins gezeigt. Auch an Damensneaker glaubt Neumann, dieses Segment soll in Zukunft deutlich ausgebaut werden. „Es ist eine sehr spitze Kollektion“, betont der Lizenznehmer – für Damen etwa wird es in der ersten Saison 15 Modelle in 60 bis 80 Variationen geben. Schritt für Schritt soll die Kollektion dann im Laufe der Saisons ausgebaut werden.
Aus einem Guss
Durch den abgestimmten Materialeinsatz und dezentes Branding werden einzelne Modelle genau auf die Taschen abgestimmt. Die Kornblume als Allloverdruck oder -Prägung auf Veloursleder ziert nicht nur Shopper, sondern auch Sneaker; der gleiche goldene Schriftzug wie am bauchigen Lederbeutel ist auch über dem Dekolléte eines Ballerinas zu finden. Bei den Ledern treffen ultramatte Velourstexturen auf gebrochene Lackstrukturen und feinstes Kalbnappa. Glänzende Metallics sorgen dabei für Auffälligkeiten, ansonsten bleibt es im kommenden Sommer bei den Farben sehr ruhig. Nudes und Rosé bestimmen das Bild, abgerundet durch Schwarz, Weiß und Cuoio. Bei den Herren setzt kräftiges Blau Akzente zwischen Taupe und obligatorischen Braun- und Schwarztönen. „Die Kollektion passt besser zu der Joop-Kundin, die wir uns vorstellen“, ist Steffen Neumann überzeugt. Davon kann man sich auf der Bread & Butter und der Micam ein Bild machen.
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