Sicher kennen Sie das: Sie betreten ein Geschäft zum ersten Mal – und fühlen sich sofort wohl. Viele Faktoren müssen dabei zusammenspielen. Farben, Licht, Dekoration – und natürlich die Produkte selbst. Aber sehen alleine reicht selbstverständlich nicht aus, um alle Eindrücke aufzunehmen.
Auch unsere anderen Sinnesorgane sind gefragt, unsere Ohren, unsere Nase und – je nach Geschäft – manchmal auch Mund und Haut. Führen Sie sich beispielsweise eine H&M-Filiale vor Augen. Undenkbar ohne diese typische Pop-Musik im Hintergrund, oder? Aber welche Überlegungen stecken dahinter? Und wie funktioniert ein Duftsystem? I love shoes sprach darüber mit Martina Petrovic, Mitinhaberin von Loveboots, Hamburg.
Was zeichnet Loveboots aus?
Martina Petrovic: Wir legen viel Wert auf Atmosphäre. Unsere Kunden sollen sich bei uns so richtig wohlfühlen. Wir arbeiten beispielsweise mit aufwändigen Lichteffekten, einem tollen Ladenbau, aber auch mit einem Musik- und Duftkonzept.
Wie funktioniert das Duft-System?
MP: Wir verwenden eine Duftmaschine, die den Duft sanft im Laden versprüht – wie ein Ventilator. Das Aroma ist hoch konzentriert und wird in einem Aluminium-Behälter in die Maschine eingesetzt. Es ist dickflüssig und sieht ein wenig aus wie Öl. An der Maschine kann man verschiedene Stufen einstellen – und dann geht es los.
Und wie duftet Loveboots?
MP: Uns war wichtig, dass der Duft nicht aggressiv ist. Unsere Mischung heißt ’Red Love‘. Sie riecht leicht blumig. Viele Kunden fragen uns: „Wer von Ihnen riecht denn hier so gut?“ Dabei ist es unser Geschäft, das so toll duftet. Unsere Kunden schnuppern sich bei uns richtig durch – im wahrsten Sinne des Wortes. Wir überlegen sogar, den Duft irgendwann als Körperduft anzubieten.
Was sagen Ihre Verkäuferinnen zu dem Duft?
MP: Die kommen damit super klar. Der Duft ist ja auch sehr zurückhaltend. Kopfschmerzen oder ähnliches sind noch nie vorgekommen.
Welche Musik ist bei Loveboots zu hören?
MP: Wir haben einen DJ engagiert, der auch in Spanien auflegt. Seine Musik läuft bei uns rauf und runter. Wir arbeiten dabei mit iPods und CDs. Jeden Monat laden wir neue Songs runter. Die Musik wird dem Tagesverlauf angepasst. Bis mittags ist sie eher loungig, danach kommt mehr Beat hinzu und zum Abend hin drehen wir den Pegel wieder etwas runter. Wir sind natürlich keine Disco, aber unsere Musik macht wach und gute Laune.
Wie kommen Ihre Verkäuferinnen damit zurecht?
MP: Wir möchten, dass sie sich mit unserem Konzept voll und ganz identifizieren. Dazu gehört auch, dass sie unsere Musik mögen. Da mache ich mir aber gar keine Sorgen. Wenn wir morgens ab und an mal vergessen, die Musik anzumachen, heißt es immer sofort: „Mädels, macht die Mucke an!“