Bei den Bürgerentscheid in Münster votierten 52,79% für die Initiative ’Freier Sonntag‘ und lehnten damit die Genehmigung von verkaufsoffenen Sonntagen ab. Die Wahlbeteiligung lag bei mageren 22,4% – dennoch ist der Bürgerentscheid gültig.
Michael Radau, Vorsitzender des regionalen Einzelhandelsverbandes, prognostizierte: „Der Bürgerentscheid wird Strahlkraft haben.“ Der Druck auf die Kommunen, mit der Genehmigung von verkaufsoffenen Sonntagen restriktiv umzugehen, werde deutlich steigen. Dagegen berüßte Jochen Lüken, Sprecher der Initiative ’Freier Sonntag‘, das Abstimmungsergebnis: „Uns ist es gelungen, das Thema des freien Sonntags in die Öffentlichkeit zu tragen.“ Die Kritik, der Bürgerentscheid führe zu einer wirtschaftlichen Schieflage im Einzelhandel, konterte er mit den Worten: „Der freie Sonntag schadet Münster nicht.“ Dagegen betonte Oberbürgermeister Markus Lewe, dass der Online-Handel kein Verkaufsverbot am Sonntag kenne. Die Debatte werde in Münster „viel zu eng geführt“.
In Folge der Abstimmung wird es in den kommenden zwei Jahren am zweiten Advent, zum Hansemahl und zum Herbstsend keine Sonntagsöffnung geben wird.