Die Trendthemen zeigen eine deutliche Beruhigung in Sachen Farben und Ästhetik, ohne auf die nötige Portion Pop und Glamour zu verzichten. Eine neue Sehnsucht nach Tradition setzt sich durch.
Natur und Hightech verschmelzen zu zukunftsweisenden Looks. Nach einer Zeit der flüchtigen, überlauten Hypes sind jetzt wieder Nüchternheit und Qualität gefragt.
Einzigartigkeit zählt
Die Saison Herbst/Winter 2015/16 setzt auf ‘every day’-Looks. “Do it with a smile!” – so lautete das Motto des besten Werbeclips 2014, der in Cannes ausgezeichnet wurde. Hier wird Luxus durch Humor neu interpretiert. Und wenn gegensätzliche Tendenzen parallel existieren, ist das ein positives Zeichen.
Denn um zu verführen ist Einzigartigkeit existenziell und zwingend. Wir stehen vor einer Wintersaison, die verschiedene Strömungen weiterentwickelt und so durchmischt, dass etwas völlig Neues daraus entsteht.
Nachhaltigkeit bleibt wichtig
Seit einigen Jahren entwickelt sich eine Sharing-Gemeinschaft. Waren werden nicht mehr gekauft, sondern ge- und verliehen. Außerdem soll man permanent erreichbar, sozial vernetzt und aktiv im Sinne der Nachhaltigkeit sein. Ohnehin ist Nachhaltigkeit der Begriff der Stunde.
Aber auch der moderne Aktivist steht am Scheideweg. Entweder er bejaht die nächsthöhere Stufe der digitalen Transparenz durch “self tracking”, der freiwilligen Totaldokumentation seines Lebens vom Sport bis hin zur Schlafanalyse. Oder er folgt dem immer stärkeren Ruf nach dem “zurück’ zu sich selbst”.
Wichtig bleibt, mit Mut dem eigenen Stil zu folgen. Es ist schlicht unmöglich, jedem Trend gerecht zu werden – und vor allem auch gar nicht nötig. Die Saison verdichtet eine Tendenz, die sich bereits seit einiger Zeit abzeichnet, und verbindet Klassisches mit Sportswear-Einflüssen, Eleganz mit High-Tech.
Vintage-Inspirationen
Vintage entwickelt sich weiter und wird dezenter. Die wesentlichen Inspirationen aus der Vergangenheit sind die schlichte Ästhetik der 60er-Jahre, der Portobello Market-Style der Seventies und die Werbegrafik der 80er Jahre.
Die Rückeroberung des urbanen Raums durch seine Bewohner steht ebenso im Kontext wie modernes Einsiedlertum. Kunst und Handwerk spielen weiterhin eine Rolle und werden in der kommenden Saison von Navajo-Einflüssen, Schamanentum und Mystik bereichert.
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