Die Feinbilder waren schnell benannt: „Der Kampf wird gegen Online und die Vertikalen geführt“, so Armin Fichtel, neuer CEO von s. Oliver. Dass Fachhandel und Filialisten in diesem Wettbewerb nicht chancenlos sind, darüber herrschte jedoch Einigkeit. „Das Rennen zwischen den Online-Pure-Playern und dem Multichannel-Handel ist noch nicht entschieden“, so Sebastian Paas vom Beratungsunternehmen KPMG. Allerdings sei der stationäre Handel gezwungen, verstärkt digitale Angebote zu entwickeln. „Die ganze Welt wird digitalisiert. Da kann der Handel keine Ausnahme bleiben“, so Paas. Hansjürgen Heinick vom IFH empfahl eine „Vernetzung mit den Kunden“. Das könne nicht nur über einen Onlineshop erfolgen, sondern z.B. ebenso über Social Media Kanäle.
Als Kontrast zur allgegenwärtigen Digitalisierung beherrschte die Emotionalisierung der Sortimente und der Geschäfte den Modehandelskongress. So berichtete Lars Messerich von Messerich Mode aus Bitburg von einer gravierenden Umgestaltung der Stores im Frühjahr 2015. „Wir haben uns von Franchise-Konzepten getrennt und auch im Stammhaus auf Shop-in-Shops verzichtet. Der Ladenbau wurde erheblich emotionaler. Die Resonanz ist hervorragend, die Kunden entdecken unser Modehaus neu.“ Auch Christian Greiner von Ludwig Beck sieht im Ladenbau einen wesentlichen Erfolgsfaktor. „Wenn man die individuelle ’Verpackung’ weg lässt, steigt die Vergleichbarkeit“, so der Vorstand des Traditionshauses in München. „Die Kunden erwarten Läden mit Seele. Viele Geschäfte sich zu neutral“, erklärte Klaus Schwitzte vom international tätigen Ladenbau-Unternehmen Schwitzke & Partner. Mit Blick auf die kommenden fünf Jahre erwarte er keine Revolutionen im Handel. Dennoch sollte sich der stationäre Handel rüsten. „Die Unternehmen müssen innovativer werden und investitionsfreudiger.“ Schließlich, so steht für Klaus Schwitze fest, werden die Online-Pure Player früher oder später alle auch stationäre Geschäfte eröffnen.
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