Tatsächlich profitierten viele Händler nicht oder kaum von den beschlossenen Lockerungen, teilt der BTE weiter mit. Unternehmen in den wenigen Kreisen und Städten mit Inzidenzen unter 50 könnten zwar zufrieden sein, alle Händler in Gebieten mit einer Inzidenz von über 100 seien aber weiterhin Opfer einer verfehlten und mutlosen Corona-Politik. Und das bei einer Inzidenz zwischen 50 und 100 beschlossene Termin-Shopping sei längst nicht für alle Geschäfte hilfreich. Jost: „Für kleinere Geschäfte mit hoher Beratungsorientierung mag das ein sinnvoller Zwischenschritt sein, bei frequenzstarken Häusern liegen die Kosten des Termin-Shoppings vielfach aber über den zu erwartenden Umsätzen.“
Jost weiter: „Wir müssen leider feststellen, dass die Politik bei der Interessensabwägung zwischen Gesundheitsschutz und wirtschaftlichen Belangen immer nur in eine Richtung denkt. Zudem müssen wird der Politik vorwerfen, für ihre gravierenden Fehler, etwa bei der Beschaffung von ausreichendem Impfstoff und der Implementierung fehlerhafter bzw. nicht funktionierender Apps, eine ganze Branche büßen und regelrecht vor die Hunde gehen zu lassen.“ Unverständlich seien die aktuellen Beschlüsse auch vor dem Hintergrund, dass es außerhalb des geschlossenen Handels keine entsprechenden Restriktionen gibt. „Während sich anderenorts anonyme Kundenmassen an der Kasse drängeln, müssen die vergleichsweise wenigen Kunden im Mode-, Schuh- und Lederwarenhandel aufwändige Anmelde- und Registrierungs-Prozeduren über sich ergehen lassen“, kritisiert Jost. „Was bei anderen möglich ist, muss doch auch bei uns machbar sein!“