“Das erste Halbjahr 2016 lief für die Modebranche insgesamt nur mittelmäßig”, so Gerd Oliver Seidensticker, Präsident von GermanFashion. “Mit einem Minus von rund 4% wirkt sich insbesondere die Russlandkrise negativ auf die Umsätze der deutschen Bekleidungsunternehmen aus.”
Während die Unternehmen der Arbeits- und Berufsbekleidung das Halbjahr mit einer leichten positiven Umsatzveränderung abschließen konnten, verloren die Hersteller von Oberbekleidung dem Verband zufolge 6,4%. Die Zahl der Beschäftigten nahm laut GermanFashion um 2,5% ab, die Anzahl der Betriebsstätten um rund 7%.
Export: Russlandkrise macht sich bemerkbar
Vor allem die Krise in Russland führte gemäß GermanFashion weiter zu starken Verlusten. Während vor einem Jahr bereits Umsatzeinbußen von knapp 30% vorlagen, waren es im ersten Halbjahr 2016 -16%. Bei den Exportländern der Branche liegt folgende Rangliste vor:
1. Österreich
2. Niederlande
3. Frankreich
4. Schweiz
5. Vereinigtes Königreich
6. Polen
7. Belgien
8. Italien
9. Spanien
10. Russland
Import: China erstmalig rückläufig
Erstmalig seit drei Jahren zeigte sich China mit einem Rückgang in der Einfuhr nach Deutschland, und zwar um rund 6%. Bangladesch und die Türkei wiederum wachsen weiter. Bemerkenswert sei laut GermanFashion der Zuwachs der Importe aus Polen um rund 40% sowie aus der Tschechischen Republik um über 100%, wobei hier die absoluten Zahlen dem Verband zufolge eher niedrig sind.
Die Top Ten der Importländer im ersten Halbjahr 2016 sind:
1. China
2. Bangladesch
3. Türkei
4. Indien
5. Niederlande
6. Italien
7. Vietnam
8. Kambodscha
9. Pakistan
10. Polen
“Zurzeit hat die Branche neben der anhaltenden Krise in Russland mit weiteren Herausforderungen zu kämpfen, zu denen verändertes Kundenverhalten und ein starker Onlinemarkt genauso gehören wie der Frequenzverlust in den Stores und Zuwächse bei sehr günstigen Anbietern”, beschreibt Seidensticker die Gesamtsituation.