Vor allem am Sonntag, dem ersten Messetag, waren die Essenz und Moda made in Italy gut besucht. Auch am Montagvormittag herrschte noch reger Betrieb im MOC bzw. in der benachbarten Zenithhalle, anschließend ging die Frequenz jedoch deutlich zurück. „Bereits seit dem Start in die Orderrunde in Riva haben wir beobachtet, dass die Messen durchweg schwächer besucht werden“, erklärte Christoph Renner, der u.a. mit Steptronic auf der Moda made in Italy ausstellte. Allerdings, so Renner, sei dies kein Wunder angesichts der prekären Umsatzsituation im Handel. „Diese Ordersaison war sehr durchwachsen“, bilanzierte Ger Boekhoorn von Lamica. „In den vergangenen Monaten hat sich deutlich gezeigt, dass ein Umbruch in der Branche stattfindet. Und diese Entwicklung wird sich künftig noch weiter beschleunigen.“
Eine Herausforderung sei die Orderrunde auch aufgrund der fehlenden modischen Orientierung gewesen, sagte Armin Wild von ILC. „Handel und Hersteller schaffen es aktuell nicht, die Kundinnen für Schuhe zu begeistern. Dazu trägt auch bei, dass Trends immer schneller kommen und gehen. Themen haben nicht mehr die Zeit, sich zu entwickeln.“
Terminsituation sorgt für Kopfschütteln
Neben der aktuellen Order sorgte vor allem die Terminsituation im Herbst 2019 für Diskussionen. So ist geplant, dass Moda made in Italy und die Essenz nicht mehr wie gewohnt zeitgleich, sondern im Abstand von einigen Wochen stattfinden sollen. Während sich die Essenz für einen Termin im September unmittelbar im Anschluss an die Micam entschieden hat, soll die Moda made in Italy Anfang Oktober stattfinden. Bei Besuchern und Ausstellern auf beiden Messen sorgten diese Pläne für Kopfschütteln. „Sollte es bei dieser Planung bleiben, wird es nur Verlierer geben. Händler, die nicht aus dem Raum München kommen, werden nicht zweimal anreisen“, sagte etwas Armin Wild von ILC. Andere Aussteller beklagten „Machtspiele“ der Veranstalter. Die Beteiligten sollten sich dringend an einen Tisch setzen und im Sinne der Kunden nach einer einvernehmlichen Lösung suchen.
Veranstalter uneins
Danach sieht es nach dem aktuellen Stand jedoch nicht aus. So betonte Giovanna Ceolini, Vizepräsidentin von Assocalzaturifici (Veranstalter der Moda made in Italy) im Rahmen der Micam, dass „für die Aussteller der Moda made in Italy ein Termin im September nicht realisierbar ist“. Im Gegenzug betonte Andrea Ristow, Geschäftsführerin der Essenz auf Anfrage von schuhkurier: „Nach Rücksprache mit unseren Besuchern und Ausstellern wird ein Termin im Oktober als deutlich zu spät wahrgenommen.“