Es hatte schon einige Tage in der Branche rumort; vorläufige Pläne kursierten und hitzige Diskussionen wurden hinter vorgehaltener Hand geführt, bevor es dann vergangene Woche offiziell wurde: Die GDS wird im Sommer (26. bis 28. Juli) mit deutlich gestraffter Hallenstruktur an den Start gehen. Die Hallen 9 und 10 entfallen, künftig werden die Hallen 1 bis 5 bespielt. Damit reagieren die Veranstalter offensichtlich auf die vielfach als unbefriedigend empfundene Situation der zurückliegenden Ausgaben, bei denen größere Bereiche der Hallen ungenutzt blieben. Hinzu kommt der zu erwartende Ausstellerschwund: Aktuell sind 600 Brands angemeldet. Zur letzten Messe kamen 800.
Nun also, so Kirstin Deutelmoser, wolle man „eine bessere Hallenauslastung erreichen.“ Zugleich unterstreicht die GDS-Verantwortliche im Interview mit schuhkurier, dass eine Messe immer ein Spiegel der Branche sei und die Krise des Schuhbusiness derzeit allgegenwärtig. Man gehe daher, so Deutelmoser, nicht von einem Wachstum aus. Es ist noch Zeit bis Ende Juli. Wunder indes sollte man nicht erwarten. Denn in der Tat sieht es derzeit nirgends so richtig gut aus in der Branche. Und man muss kein ausgeprägter Pessimist sein, wenn man davon ausgeht, dass die tendenziell negative Entwicklung der letzten Ausgaben auf der kommenden GDS sowohl aussteller-, als auch besucherseitig eine Fortsetzung finden wird.
Emotionale Auswüchse bis hin zur kaum verhohlenen Schadenfreude haben in diesem Kontext allerdings nichts verloren. Hier wird kein Krieg geführt; hier ’passiert‘ Business. Es hilft niemandem – außer vielleicht dem einen oder anderen Ego –, wenn jetzt hämisch argumentiert wird, man habe das alles kommen sehen. Und erst recht haben Debatten darüber, welcher Messetermin eine solche Entwicklung hätte verhindern können, keinen Sinn. Die Branche hat sich verändert, und sie verändert sich weiter. Das wirkt sich auf alles aus. Auch auf die Messen. Auch auf die GDS.
Selbstverständlich muss jeder einzelne Akteur, ob nun Händler, Einkäufer, Hersteller oder Handelsvertreter, Kosten und Nutzen einer Messeteilnahme analysieren. Das ist – ganz ohne Emotionen – simple Mathematik, bei der unterm Strich ein Ergebnis steht. Und das kann positiv oder negativ sein. Lohnt es sich, vor Ort zu sein? Rechtfertigt der zeitliche und finanzielle Aufwand das zu erwartende Ergebnis im Hinblick auf die modische Information, den Erfahrungsaustausch, mögliche Aufträge und neue Kontakte? Jeder Branchenteilnehmer muss Antworten auf diese Fragen finden. Ganz offensichtlich haben in der jüngeren Vergangenheit zunehmend mehr Akteure in Handel und Industrie mit Blick auf ihr Unternehmen entschieden, dass eine Präsenz auf der GDS kein ’Muss‘ mehr ist. Auf diese Entwicklung müssen wiederum die Veranstalter der GDS Antworten finden.