Dabei sanken laut Industrieverband HDS/L die Inlandsumsätze um -4,3% auf 372,5 Mio. Euro. Dies entspricht einer Abnahme von 16,7 Mio. Euro. Der Auslandsumsatz stieg hingegen um +10,4% und lag bei 135 Mio. Euro.
Der Auslandsumsatz betrug damit 26,6% vom Gesamtumsatz und stieg somit um +2,7 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr.
Die Mitarbeiterzahl in Betrieben mit mehr als 50 Beschäftigten fiel im Jahresdurchschnitt um -3,5%. Während im Jahr 2013 noch 1.610 Personen in der Lederwarenindustrie beschäftigt waren, wurden im vergangenen Jahr nur noch 1.554 Personen in Betrieben mit mehr als 50 Mitarbeitern erfasst. Mit den Betrieben, die von der Statistik nicht erfasst werden, zählt die deutsche Lederwarenindustrie in Deutschland etwa 3.500 Personen in über 100 Unternehmen.
Exporte deutlich über Vorjahr
Aus Deutschland wurden im Jahr 2014 Produkte der Lederwaren- und Kofferindustrie im Wert von 1,436 Mrd. Euro exportiert. Dieser Wert liegt mit +10,1% deutlich über dem des Vorjahres.
Wie bereits im Vorjahr lag in 2014 Österreich mit 149 Mio. Euro (+7,1%) an der Spitze der Hauptabnehmer von Lederwaren und Koffern. Es folgten Frankreich mit 139,2 Mio. Euro (+18,4%) und Großbritannien mit knapp 100 Mio. Euro (+17,4%). Auf dem 4. Platz folgt Polen mit 99,3 Mio. Euro geschoben, auf Rang 5 die Schweiz rutschte mit 97,4 Mio. Euro (+0,7%). Auf den weiteren Rängen liegen Italien mit 88,2 Mio. Euro (+22,8%) und die Niederlande mit 83 Mio Euro (+14,2%).
Auch in die Länder, die von der Eurokrise besonders betroffen waren, konnte wieder mehr exportiert werden. Nach Griechenland nahmen die Exporte erneut zu und stiegen um +10,1% auf 5,4 Mio. Euro. Portugal hatte den gleichen Zuwachs wie in 2013, er lag im vergangenen Jahr wieder bei +16,2%, das entspricht einem Anstieg von 1,3 Mio. Euro auf 9,2 Mio. Euro.
Den stärksten Anstieg verzeichnet Polen in Höhe von 99,3 Mio. Euro in 2014. Das sind 28 Mio. Euro mehr gegenüber 2013. Es folgen die Exporte nach Frankreich mit +18,4% auf 139,2 Mio. Euro und nach Italien mit +22% auf 88,2 Mio. Euro. Die Rangfolge der wertmäßig größten Steigerungen wird fortgesetzt von Großbritannien, den Niederlanden, Österreich und Tschechien.
Die stärksten wertmäßigen Rückgänge musste Russland verzeichnen. Gegenüber 2013 fiel der Wert um 16 Mio. Euro bzw. -30,3%. Es folgte die Ukraine mit einem Minus von 3,7 Mio. Euro und Japan mit -3,1 Mio. Euro. Der größte Rückgang bei den Exporten lag prozentual in der Ukraine mit -39,4%. Es folgten Russland mit -30,3%, Südafrika mit -17,8% und Japan mit -8,5%.
Die Ausfuhren in die EU-Länder lagen im vergangenen Jahr bei 953 Mio. Euro (+17,1%) und machten einen Anteil von 66,4% an den deutschen Gesamtausfuhren aus. Der Exportanteil in die EU stieg um 4,0 Prozentpunkte. der Lederhandtaschen bei 15,5%.
Importe im Plus
Die Gesamteinfuhren von Lederwaren und Reisegepäck betrugen im Jahr 2014 2,8 Mrd. Euro. Gegenüber 2013 stiegen sie um +9,5%, das entspricht einem Plus von 244 Mio. Euro.
Unangefochten konnte China seine Position als Hauptlieferland, wie bereits seit vielen Jahren, steigern. Die Gesamtimporte aus China erzielten mit 1,573 Mrd. Euro einen Zuwachs von 29,4%. Der chinesische Importanteil an den gesamten Importen nach Deutschland wuchs um +8,6 Prozentpunkten auf 55,9% in 2014. Es folgten Italien mit einem Anteil von 11,7% (+10,3% auf 330,3 Mio. Euro) und Indien mit einer Steigerung von +17,9 Prozent auf 199,4 Mio. Euro auf einen Importanteil von 7,1%. Auf den weiteren Plätzen liegen Frankreich mit einem Anteil von 6,0% (+3,7% auf 169,3 Mio. Euro) und Vietnam mit einem Anteil von 5,7% (+24% auf 160 Mio. Euro).
Die Rangfolge der größten Lieferländer hat sich auf den ersten sechs Plätzen nicht verändert. Die Niederlande haben sich damit auf dem 6. Platz mit einem starken Wachstum der Exporte nach Deutschland in Höhe von 100 Mio. Euro und einem Plus von 8,2% gehalten.
Der größte Rückgang der Importe nach Deutschland ist aus Spanien zu verzeichnen. Produkte der Lederwaren- und Kofferindustrie weisen einen Rückgang von 2 Mio. Euro gegenüber 2013 auf. Das entspricht einem Minus von -6,5%. Es folgen die Schweiz mit -5,1% (-1,8 Mio. Euro) und Irland mit -18,5% (-1,7 Mio. Euro).
Preise dürften weiter steigen
Die Erzeugerpreise für Lederwaren stiegen in 2014 um +1,2% an. In 2015 wird sich dies nach Aussage des Industrieverbands wahrscheinlich fortsetzen: Die Rohstoffpreise, insbesondere bei Leder, steigen schon seit längerer Zeit. Im vergangenen Jahr sind die Preise für die Ledererzeugung um +6,5% gestiegen. Durch die aktuell eingetretenen Währungsverluste des Euro gegenüber dem Dollar verteuert sich die Beschaffung der Hersteller zusätzlich allein aus Währungsgründen. Aufgrund der Wettbewerbssituation rechnen wir auch in diesem Jahr trotzdem nur mit leicht steigenden Preisen.
Ausblick: „vorsichtiger Optimismus“
Die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen, zumindest in Deutschland, sind nach Ansicht des HDS/L derzeit gut. Trotz eines allgemein erfreulichen Umfelds überwiege jedoch die Unsicherheit bei den Unternehmen der deutschen Lederwaren- und Kofferindustrie. Die Erwartungen der Hersteller für die nächsten sechs Monate seien eher gedämpft. Das belegt der aktuelle Konjunkturindex des Ifo Institutes. Vorsichtiger Optimismus scheint deshalb angebracht. "Für 2015 erwarten wir wieder ein leichtes Umsatzwachstum", so der HDS/L.