Die Verkaufserlöse sind im Jahr 2020 um 22,2% von 597,7 auf 465,3 Mio. Euro gefallen. Das geht aus den Zahlen des Bundesverbandes der Schuh- und Lederwarenindustrie HDS/L hervor.
Dabei ist der Inlandsumsatz im Vergleich zu 2019 um 21,4% auf 322,7 Mio. Euro gesunken. Fast 70 Prozent ihres Umsatzes erzielen die deutschen Lederwaren- und Kofferhersteller in Deutschland. Auch das Auslandsgeschäft war mit einem Umsatz von 142,6 Mio. Euro stark rückläufig (-23,8%).
Laut amtlicher Statistik ist die Beschäftigung in 2020 mit 1.056 stabil geblieben, was einem leichten Rückgang von 0,3% entspricht. Die Angaben beziehen sich auf die Betriebe mit 50 und mehr Beschäftigten. Der HDS/L schätzt, das die tatsächliche Zahl der Beschäftigten in der deutschen Lederwaren- und Kofferindustrie mit rund 2.600 Personen weitaus höher lag. „Durch die Kurzarbeit können die Betriebe die Mitarbeiter noch halten.“
Die Verbraucherpreise für Reiseartikel und Täschnerwaren entwickeln sich laut HDS/L gegenläufig zu den Verbraucherpreisen insgesamt. Insgesamt sind in 2020 die Preise für Verbraucher über alle Güter hinweg um 0,5% gestiegen. Sowohl bei Handtaschen als auch für Geldbörsen sind die Verbraucherpreise um mehr als zwei Prozent gefallen. Auch bei Schulranzen und Rucksäcken (-0,4%) und Reisegepäck (-0,5%). Das liegt laut Verband „sicherlich an dem zeitweise geschlossenen Absatzkanal stationärer Fachhandel, wodurch Ware oft nur mit hohen Abschriften verkauft werden konnte“.
In 2020 wurden Lederwaren und Koffer im Wert von rund 1,9 Mrd. Euro aus Deutschland exportiert. Im Vorjahr betrug der Exportwert 2,1 Mrd. Euro. Dies entspricht einem Rückgang von 13,7%. Die wichtigsten Abnehmerländer waren Polen (207,1 Mio. Euro), die Schweiz (196,6 Mio. Euro) und Frankreich (180,6 Mio. Euro).
Die Statistik spiegelt das abrupte Ende der Reiseaktivitäten wider. So sind hohe Einbrüche bei Reisekoffern aus Aluminium (-40,5%), Vulkanfiber (-45,2%) sowie aus formgepresstem Kunststoff vor (-23,2% auf 103,5 Mio. Euro).