Das Unternehmen will sich künftig vor allem auf die Marke Humanic konzentrieren. Die Fachmarktketten Jello/Corti und Shoe4You (160 Filialen) sollen verkauft werden. Gegenüber schuhkurier erläuterten die Vorstände Werner Weber und Heinzpeter Mandl die Details.
In diesem Geschäftsjahr soll demnach der begonnene Prozess der Restrukturierung und strategischen Neuausrichtung konsequent fortgesetzt werden. „Im Zuge dessen haben wir uns dazu entschieden, eine Fokussierung innerhalb unseres Markenportfolios vorzunehmen und in Zukunft Humanic als zentrale Konzernmarke zu positionieren“, so Werner Weber. Im Rahmen der Neuordung des Markenportfolios strebe Leder & Schuh eine rechtliche Verselbstständigung der Vertriebslinien Jello und Sho4You an, wobei diese Unternehmensteile in einem strukturierten Prozess verkauft werden sollen. „Wir sind zu dem Entschluss gekommen, dass jeder investierte Euro bei Humanic vernünftiger angelegt ist als bei Shoe4You oder Jello“, sagte Werner Weber. „Stiefelkönig hat sich gut entwickelt, verfügt aber nicht über so klare Merkmale wie Humanic. Keinesfalls wird Stiefelkönig zu Grabe getragen. Aber der österreichische Markt ist zu klein, als dass dieses Konzept flächenmäßig Sinn ergibt“, so Weber weiter.
Zu Jello/Corti und Shoe4You gehören ca. 160 Filialen. Die Vertriebslinien erwirtschaften nach Angaben der beiden Vorstände rund ein Drittel des Umsatzes; 1.020 der insgesamt 3.600 Mitarbeiter sind dort beschäftigt.
Werner Weber stellte klar: „Wir sind nicht in einer Notverkaufssituation.“ Man sei an wachstumsorientierten Ideen interessiert – und daran, einen vernünftigen Kaufpreis zu erzielen. ’Wunschkandidaten‘ für eine Übernahme der beiden Vertriebslinien hat man in Graz nicht. Wobei man sich durchaus Konstellationen mit branchenfremden Akteuren vorstellen könne. Gerüchte, wonach das Gesamtpaket aus Jello und Shoe4You 22 Mio. Euro wert sein soll, kommentierten die beiden Vorstände gegenüber schuhkurier nicht.
Nach einem Abstoßen der beiden Fachmarkt-Töchter und weiteren denkbaren Standortbereinigungen könnte die Zahl der Leder & Schuh-Filialen nur noch halb so groß sein wie derzeit. „Das wäre gut so“, unterstrich Weber. „Dann wäre Humanic zu 99% klar aufgestellt, und das wäre ein riesengroßer Fortschritt.“
Laut Weber und Mandl bildet sich die 2013 gestartete Neuausrichtung bereits in den Ergebnissen des Jahres 2014 positiv ab. Zwar war der Umsatz in Höhe von 520,2 Mio. Euro aufgrund der Optimierung des Filialnetzes rückläufig (Vorjahr: 533 Mio. Euro), flächenbereinigt sei es jedoch gelungen, das Umsatzniveau zu halten. Insbesondere die Märkte in Zentral- und Südosteuropa hätten wieder eine deutlich positive Entwicklung verzeichnet. Im abgelaufenen Geschäftsjahr konnte das Unternehmen sein operatives Ergebnis deutlich verbessern und ein positives EBIT in Höhe von 2,4 Mio. Euro erzielen. Im Vorjahr waren es noch -11,7 Mio. Euro. Gleichzeitig weise das Unternehmen eine stabile Eigenkapitalquote von 22,1% auf. Aufgrund von Finanzierungs- und Restrukturierungskosten sei dennoch ein Jahresfehlbetrag in Höhe von -11,3 Mio. Euro entstanden. „Unsere deutliche operative Ergebnissteigerung zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind und die eingeleiteten Verbesserungsmaßnahmen Wirkung zeigen“, erklärten Werner Weber und Heinzpeter Mandl.
Aktuell betreibt Leder & Schuh 349 Filialen in zehn Ländern. Im Jahr 2014 wurden 19 Filialen geschlossen und sechs Standorte eröffnet.