Arme Menschen haben weniger Chancen auf ein langes Leben als wohlhabende, zeigt eine Studie. Sie zeigt auch große regionale Unterschiede in der Lebenserwartung. Schlusslicht ist Pirmasens.
01.04.2016
Helge Neumann
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Die Lebenserwartung in Deutschland betrug im Jahr 2013 für neugeborene Jungen 78 Jahre und für neugeborene Mädchen 82,8 Jahre. Das geht aus einer Auswertung des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Auftrag der Linken-Bundestagsabgeordnete Sabine Zimmermann hervor. Regional sind die Unterschiede beträchtlich. Statistisch gesehen haben neu geborene Jungen in folgenden Stadt- und Landkreisen die geringste Lebenserwartung: In Pirmasens beträgt sie 73,0 Jahre, in Hof 73,5 Jahre und in Emden 73,6 Jahre. Aussicht auf ein besonders langes Leben haben hingegen neugeborene Jungen in den Kreisen Starnberg (81,3 Jahre), München und Hochtaunuskreis (jeweils 80,9) und Böblingen (80,8).
Auch für neugeborene Mädchen gilt: der Süden verspricht besonders viele Lebensjahre. Im Kreis Breisgau-Hochschwarzwald haben Neugeborene mit 85,0 Jahren die höchste Lebenserwartung. Besonders hoch sind die Werte auch in Tübingen und Dresden (jeweils 84,7) sowie in München (84,6). Die niedrigsten Werte weisen hingegen erneut Pirmasens (77,1), Emden (79,4) und Eisenach (79,5) auf.
In einer Antwort auf eine Anfrage der Abgeordneten Zimmermann räumt die Bundesregierung ein, „dass günstigere sozioökonomische Bedingungen in der Wohnregion mit einer höheren Lebenserwartung einhergehen“. Ursache seien Unterschiede bei Bildung, aber auch beim Rauchen, der Ernährung und der Bewegung – sowie bei den Arbeits- und weiteren Lebensbedingungen. Eine Grafik zur Lebenserwartung von neugeborenen Mädchen und Jungenfinden Sie hier.