Tue Gutes und sprich darüber: Das britische Label Laidback London verbindet die alteingesessene Handwerkskunst des Schwarzen Kontinents mit Fairtrade und den Bedürfnissen moderner Schuhträger. „Das Label wurde 2002 mit dem Vorhaben ins Leben gerufen, Schuhe auf eine Art und Weise zu fertigen, die es in der westlichen Zivilisation einfach nicht mehr gibt – allein von Hand und mit jahrhundertealten Techniken“, sagt Gründer und Geschäftsführer Mohamed Daya. Er selbst wuchs in einer kleinen Stadt nahe Mombasa auf und zog 1997 nach London – mit der Idee im Gepäck, einen Teil der Tradi-
tionen seiner Heimat mit dem urbanen Leben der Großstadt zu verquicken. Mit handgefertigten Schuhen im Ethno-Look war schnell ein Produkt gefunden, das modisch und traditionell zugleich war. Das erste Paar Sandalen verkaufte Mohamed Daya 2002 auf einem Stand auf dem berühmten Portobello Markt, der jedes Wochenende Tausende Touristen und Londoner anlockt. Nach den ersten Erfolgen wuchs das Unternehmen Jahr für Jahr stetig weiter – und investierte in Produktionsstätten in Kenia, wo alle Modelle von Einheimischen gefertigt werden. Daya hat mit Laidback London über zehn Jahre hinweg in Ostafrika eine Infrastruktur aufgebaut, die nicht nur Arbeitsplätze geschaffen, sondern den Handwerkern auch nachhaltig Einkommen garantiert und Talente konserviert hat. „Unsere Arbeit hat positive soziale und öknomische Auswirkungen – sie stärkt die Dorfgemeinschaft, verleiht Hoffnung und gibt diese durch Bildungmaßnahmen auch an folgende Generationen weiter“, ist der Geschäftsführer überzeugt.
Perfekt unperfekt
Die Idee hinter dem Label Laidback London ist, absichtlich mit Unvollkommenheit zu arbeiten, die jedes einzelne Paar Schuhe zu einem Unikat und einem einmaligen Stück Handwerk macht. Inspiriert von den farbenfrohen Kulturen Afrikas, werden die Modelle aus festen, naturbelassenen Ledern mit Charakter und Patina gefertigt und mit Tribal-Motiven, bunten Perlen und kunstfertigen
Stickereien geschmückt.
Nach dem großen Erfolg der Sandalen hat das Label seit zwei Jahren auch artisanal bestickte Ballerinas und handgefertige Accessoires wie Gürtel im Programm, die das Repertoire des Labels weg vom reinen Sommerprodukt hin zu einer Ganzjahreskollektion erweitert haben. Mit Showrooms in London, Paris, Mailand und Los Angeles ist das Label international aufgestellt und wird auf der ganzen Welt vertrieben: Mittlerweile gibt es die Produkte von Laidback London in über 350 Stores zu kaufen.
Boots aus Bangladesch
Für die Wintersaison 2014/15 hat Mohamed Daya mit seinem Schuhlabel auf zweierlei Weise den nächsten großen Schritt gemacht. Zum Einen präsentiert das Label erstmals auch Stiefel und Mokassins, zum Anderen werden diese in Bangladesch gefertigt – auch als Reaktion auf die negativen Schlagzeilen über die Produktionsstätten des Landes. Auch hier stehen laut Mohamed Daya Fair Trade und Soziale Standards im Mittelpunkt – neben der typischen Handschrift des Labels. Die teilweise mit Schafsfell gefütterten Modelle kommen in Basisfarben wie Schwarz, Braun und Grau auf den Markt und bekommen durch traditionelle Perlenstickereien, grobe Kreuznähte, eingeflochtene Lederbänder und wie handgeschmiedet wirkende Nieten die typische Laidback-Optik. Mit extraleichten Profilsohlen und drei verschiedene Schafthöhen soll die erste richtige Winterkollektion auch für Europas Breitengrade gerüstet sein.
www.laidbacklondon.com