Aus Sicht der Verbraucher wird die deutsche Wirtschaft in den nächsten Monaten weiter wachsen. Allerdings dürfte der Aufschwung eher moderat verlaufen. Davon gehen auch führende Wirtschaftsforschungsinstitute in ihrer kürzlich veröffentlichten Gemeinschaftsdiagnose aus. Demnach soll das Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr um 1,6% steigen, nach 1,7% im vergangenen Jahr. Für 2017 gehen die Institute derzeit von einem Wirtschaftswachstum von 1,5% aus. Als Folge der anhaltend hohen Nachfrage nach Arbeitskräften wird auch die gerade begonnene Tarifrunde für einen beträchtlichen Teil der Arbeitnehmer zu erfreulichen Einkommenszuwächsen führen. Hinzu kommt, dass angesichts anhaltend niedriger Energiepreise auch die Inflation in diesem Jahr überaus moderat bleiben wird, so dass auch real deutlich mehr in den Geldbeuteln bleiben dürfte. Schließlich können sich auch die Rentner in diesem Jahr über deine deutliche Steigerung ihrer Bezüge freuen. Wie kürzlich von der Bundesregierung verabschiedet, werden zum ersten Juli dieses Jahres die gesetzlichen Renten im Westen um 4,25% und im Osten sogar um 5,95% erhöht.
Die kürzlich gefassten Beschlüsse der EZB, wonach der Leitzins auf 0% abgesenkt, das Anleiheaufkaufprogramm noch einmal ausgeweitet und der Strafzins für Banken, die Geld bei der EZB deponieren wollen, erhöht wurde, haben die Sparneigung der Deutschen im April auf einen neuen historischen Tiefststand sinken lassen. Im Gegenzug hat die Konsumneigung zugelegt. Sparen bleibt nach wie vor keine attraktive Alternative, zumal vor dem Hintergrund der Zinsentscheidungen der EZB zunehmend auch die Frage diskutiert wird, ob es auch für Privatguthaben künftig Negativzinsen geben wird, das heißt der Anleger muss eine Gebühr dafür entrichten, dass er sein Geld bei der Bank deponiert. Bislang verlangen einige Banken diese Gebühr nur für größere Geschäftsguthaben.
Für Mai 2016 prognostiziert der Gesamtindikator 9,7 Punkte nach 9,4 Zählern im April. Das Konsumklima legt somit spürbar zu. Diese Entwicklung bestätigt die zu Jahresbeginn veröffentlichte Prognose von GfK, wonach der private Konsum in diesem Jahr um etwa 2 Prozent zulegen wird. Für das vergangene Jahr wurden 1,9 Prozent gemessen.