Niedrige Inflationsraten sowie die Aussicht auf deutliche Einkommenssteigerungen lassen die Einkommenserwartung weiter ansteigen. Allerdings profitiert die Anschaffungsneigung in diesem Monat nicht davon und verliert etwas. Sie bleibt jedoch auf sehr hohem Niveau, teilt die GfK mit. Der Indikator verliert 4,7 Zähler und steht nun bei 58,3 Punkten. Damit kann der Indikator seinen historischen Höchststand von 64,4 Punkten aus dem Oktober 2006 – kurz vor Erhöhung der Mehrwertsteuer – erst einmal nicht übertreffen. Diese hohe Konsumneigung ist, neben den Gründen Arbeitsmarkt, Einkommen und Inflation, auch auf die expansive Geldpolitik der EZB zurückzuführen, die die Zinsen im Keller belässt. Folglich tendieren die Konsumenten eher dazu, das Geld für Güter und Dienstleistungen auszugeben, als es auf die Bank zu tragen.
Für Mai 2015 prognostiziert der Gesamtindikator 10,1 Punkte nach 10,0 Zählern im April. Das ist der höchste Wert seit Oktober 2001. Damals stand er bei 11,0 Punkten. Damit setzt das Konsumklima in Deutschland seinen Aufwärtstrend, wenn auch gebremst, fort. Diese stabile Entwicklung bestätigt die bereits seit langem von GfK geäußerte Prognose, dass der private Konsum in diesem Jahr eine überaus wichtige Säule der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung sein wird. Allerdings sei dieser positive Ausblick nicht ohne Risiken. Vor allem aufgrund der unsicheren Zukunft Griechenlands sowie der Auseinandersetzungen in einer Reihe von Regionen, wie beispielsweise der Ukraine, dem Nahen Osten oder ganz aktuell auch im Jemen, könnten die Konsumenten dem Handel im Sommer eine Enttäuschung bereiten.