Das Jahr ist katastrophal gestartet. Der Januar enttäuschte, der Februar gleich mit, und auch Anfang März frieren einem noch die Finger ab, wenn man morgens den Laden aufschließt. An einen ermutigenden Start in die F/S-Saison ist nicht zu denken. Zugleich sind bange Fragen ständige Begleiter: Kaufen wir die richtigen Schuhe? Bieten wir unseren Kunden die passenden Services? Haben wir in Bezug auf Digitalisierung die optimalen Werkzeuge zur Hand? Sind wir gut aufgestellt für die Zukunft? In dieser Gemengelage hinterlassen Meldungen über in Schieflage geratene Unternehmen regelrechte Krater. Und Prognosen von Instituten, Verbänden und Experten im Hinblick auf ein mögliches Ladensterben lösen Panik aus. Es kursieren wilde Szenarien. Man reagiert hochgradig sensibel. Und möchte fast den Kopf in den Sand stecken. Das ist nur verständlich. Aber nicht sinnvoll.
In einer derart anspruchsvollen Zeit ist daher Kommunikation – die richtige, wohlgemerkt – unverzichtbar. Hier kommt den Genossenschaften eine besondere Rolle zu. Gehören sie doch zu den tragenden Säulen unserer Branche. Sie stellen nützliche Strukturen und Konzepte bereit, sie bündeln Kräfte und sind Bindeglied zwischen Handel und Industrie. Sie bilden, wenn man so will, das schützende Dach für ihre Mitglieder, Genossen und Kunden. Und tragen maßgeblich zur Vitalität unserer Branche bei. Gerade durch die Rolle der Verbundgruppen unterscheidet sich unser Markt von vielen anderen. Und je näher die Verbundgruppen an ihren Mitgliedern agieren, je besser sie kommunizieren, desto größer ist auch der langfristige Nutzen, der durch sie entsteht. Insofern ist es heute wichtiger denn je, dass eine Händler-Vereinigung die Sprache ihrer Mitglieder spricht, um in ihrer Strategie auch wirklich verstanden zu werden. Es ist wichtig, nah dran zu bleiben an den Bedürfnissen und Befindlichkeiten auch des Einzelnen, um diesen wirklich zu erreichen.
Allerdings ist Kommunikation keine Einbahnstraße. Es ist nicht allein ausschlaggebend, welche Signale „von oben“ bzw. aus einer Zentrale gesendet werden. Wichtig ist genauso, dass sich der Kunde, das Mitglied, der Genosse die Mühe macht, richtig zuzuhören. Wurde da einfach ’draufgehauen‘? Oder war die Botschaft doch vielschichtiger und vor allem zutreffend? Vielleicht wird an manchen Stellen gelegentlich zu schnell gedacht und vorgeprescht. Womöglich wird auf der anderen Seite aber auch zu schnell und fast reflexartig, bisweilen beinahe chronisch missverstanden und überreagiert. In diesem Zusammenhang kommt auch uns Medien eine wichtige Rolle zu – schließlich ist es an uns, Informationen richtig einzuordnen, um zu einer konstruktiven Kommunikation beizutragen. Und die kann unserer Branche, welche mit vielen Herausforderungen zu kämpfen hat, nur helfen.